Oldsmobile Toronado: An vorderster Front

Als der Oldsmobile Toronado 1966 bei seinem Erscheinen für Aufsehen sorgte, lag das weniger an der schmissigen Optik, sondern an der Technik Antrieb: Der Big Block V8 war hier mit einem Frontantrieb gekoppelt.

Dem Oldsmobile Toronado verhalf diese Auslegung zu guter Straßenlage und recht ordentlicher Traktion – obwohl der starke 385 PS und 644 Nm starke Siebenliter-Motor die Vorderreifen recht schnell abpellte. Das über 2 Tonnen schwere Oldsmobile Coupe beschleunigte damit in knapp 8 Sekunden auf 100 km/h, durcheilte die Viertelmeile in 16,4 Sekunden und kam auf die damals äußerst beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h. Als im Jahr 1968 Oldsmobile dem Toronado einen 455 cui V8 mit 400 PS und bis 691 Nm einpflanzte, der in ähnlicher Form auch den heckgetriebenen Oldmobile 442 befeuerte, führte dies beim kuscheligen wie avantgardistisch mit Walzentacho versehenen Personal Luxury Coupe zu noch besseren Werten.

Oldsmobile 1970: Das stärkste Jahr

Nachdem Oldsmobile 1970 die erste Generation mit dem charakteristischen Fließheck und den an die vom Cord 812 angelehnten Räder und Radkappen einstellte, folgte 1971 eine erheblich kantigere Stufenheck-Version. Der Cord 812 war ein in größerer Stückzahl hergestellter Fronttriebler der Vorkriegszeit. Während der Luxus und die Verkaufszahlen wuchsen, nahm die Leistung konsequent ab. So leistete der 1977 eingeführten 403 cui V8, der den 455er ersetzte, lediglich 185 PS und 430 Nm. Dennoch konnte der aus Unwissen oft als Oldsmobile Tornado bezeichnete Zweitürer den in der Karosserie ähnlichen Buick Riviera vom Absatz her in den Schatten stellen. Als Oldsmobile 1979 den Toronado deutlich verkleinerte, war es jedoch vor bei mit nobler Größe, doch war dieser Schritt unabdingbar.

Olds Toronado – klein und hässlich verkauft sich nicht

Der Toronado wurde in der verkleinerten Form noch bis 1985 gebaut und erwies sich mit rund 518 cm Länge immer noch als großes Auto. Die vierte Generation, nach Kritik am Kofferraumvolumen auf 509 cm verlängert, fand wegen ihres wenig anprechenden Äußeren allerdings nur wenig Abnehmer im Autohandel und wurde daher 1992 endgültig eingestellt.
Der Olds Toronado war überdies hinaus technische Basis für die General Motors Nobelmarke Cadillac, die nach einem Jahr feststellte, dass der Toronado Oldsmobile in den Ruf des fortschrittlichen Herstellers brachte. So erhielten ab 1967 Cadillac Eldorado Coupe und ab 1971 auch das nun lieferbare Eldorado Cabrio den Frontantrieb.