Iso Lele: Corvette V8 im Bertone-Dress

Der Iso Lele stellte die letzte Coupe-Neuentwicklung des italienischen Autoherstellers Iso Rivolta dar und wurde bis zum endgültige Konkurs im Jahr 1974 gebaut.

Dem Iso Lele war seine Herkunft sofort anzusehen: die kantige Gestaltung und die lange C-Säule erinnern sofort an den Lamborghini Jarama, der ebenfalls aus der Feder von Bertone-Zeichner Marcello Gandini stammt. Hinter den halb versenkten Klappscheinwefern endeten die Gemeinsamkeiten allerdings schlagartig, Während der Jarama ausschließlich über einen 4-l-V12-Motor verfügte, befeuerte den Lele 300 ein 304 PS starker Chevy 327 cui Small Block V8 und den Lele 350 ein 335 oder 350 PS kräftiger V8 gleichen Hubraums, die auch so in der Chevrolet Corvette zu finden waren. Fremder Herkunft waren auch die Rückleuchten aus dem Fiat 124 Coupe der ersten Serie.

Iso Rivolta Lele bis zu 360 PS stark

Der Iso Rivolta Lele war ursprünglich als Unikat für einen amerikanischen Kunden geplant, der einen Wagen mit eigenständiger Karosserie auf der Basis des angesehenen IR 300 geordert hatte. So änderte sich für die dank unerwartet großem Zuspruchs aufgenommene Serienproduktion auch nichts wesentliches am ausgereiften Fahrwerk. Vorn sorgten Doppelquerlenker mit Stabilisator und Schraubenfedern, hinten eine De-Dion-Achse mit Wattgestänge und Doppellängslenkern an Schraubenfedern für eine herausragende Straßenlage. Auch die rundum verbauten Scheibenbremsen behielten ihren Platz und fingen den weit über 200 km/h schnellen Sportwagen sicher ein. Spätestens für die 360 PS leistenden IR6-Modelle mit Ford 351 Cleveland V8 erwies sich dies als unabdingbar.

Iso Lele weniger brutal als Iso Grifo

Der Iso Lele war im Gegensatz zum brutalen Iso Grifo mehr ein luxuriöser GT mit Platz für vier Personen. Das elegante Interieur wusste durch die umfangreiche Verwendung von Leder und den geschmackvollen Holzeinlagen gefallen und wurde auch deswegen für die Limousine Iso Fidia übernommen. Wie beim Oberklasse-Viertürer gab es auch im Iso Lele Handschaltung oder eine Dreistufenautomatik und leider auch dessen schlechte Verkausfszahlen: In fünf Jahren verließen gerade einmal 317 Fahrzeuge die Autohändler. Der Ölkrise, mangelndem Image und den von Europäern wenig geschätzten V8-Triebwerken amerikanischer Herkunft wird dies hauptsächlich zugeschrieben.