Einladung der Hot Heads East zum Headbanging 2010

Das Headbanging 2010, ein jährlich ausgetragenes Hot Rod-Treffen, lockte wieder halb Europa ins brandenburgische Finsterwalde. Die Organisation der Hot Heads East war abermals vortrefflich.

Was hatten die Hot Heads East dazu getan? Einen Flugplatz gemietet, feste wie flüssige Grundversorgung sichergestellt und viel Spaß garantiert. Der bestand zum zehnten Jubiläum vom Hot Rod Treffen beispielsweise darin, das die ersten 100 angemeldeten Starter in einem Antonov-Doppeldecker eine Runden übers Areal drehen durften. Das war jedoch nicht Grund, die internationale Zusammenkunft auf dem Vorkriegs-Flugplatz auszutragen: Es galt, beim Beschleunigungsrennen auf der Achtelmeile gehörig Gummi in den Betonboden einzuarbeiten. Das bereitete dem Starterfeld, das in verschiedenen Klassen auf Motorrädern, Rods und Customs antrat, die allergrößte Freude. Dem Publikum hing dabei die Kinnlade. Alternativ waren die Mundwinkel ganz oben.

Hot Rod Treffen mit Anblicken für die Dame

Wer immer dachte, ein Hot Rod Treffen sei wie ein Tuning-Treffen primär für Männer gedacht, wurde beim Headbanging 2010 eines Besseren belehrt: Ein Mitglied der schwedischen A-Bombers ließ sich mehr oder minder volltrunken am Samstag morgen im schwarzen Schlüpper über den Campingplatz kutschieren. Als ihm der Motor unter der langen Haube des Ford F100, auf der er sich lasziv räkelte, offenbar zu heiß wurde, zog er das schweißtreibende Stoffstück noch ein wenig tiefer.
Auch vor dem Rennen, als sich das Publikum im vierstelligen Bereich an der Piste komplett eingefunden hatte, nutzte ein Flitzer die Gelegenheit, sich auf dem Dragstrip im neongrünen Borat-Tanga vor Alt und Jung zu präsentieren. Körperliche Arbeit anderer Art absolvierte der Starter in feinstem Drillich, der die Checkered Flag vor jedem Duell mit einem Luftsprung senkte.

Juwel des Headbanging 2020 – das Pre 59-Race

Wenngleich sich das Starterfeld jährlich ein wenig ändert, so war es doch Ehrensache, dass die Hot Heads East 2010 beim Pre 59-Race auf ihren frisch überarbeiteten Flattie-Roadster mit Einspritzung nicht verzichten wollte. Und er war flott, mit Option auf rasant. Auf die Sicherheit aller Beteiligten wurde andererseits auch geachtet, sodass einem Coupe mit aufgeladenem Cadillac-Big Block die Teilnahme verwehrt wurde – zu schnell. Langsam ging es allerdings auch nicht zu, vor allem in der Gruppe B mit OHV Motoren über 300 cui beeindruckte mit Performance. Schweizer Qualitätsarbeit und die Südstahl-Jungs dominierten das KO-System. Ein Opel Blitz mit Jaguar-Motor war ebenfalls nennenswert, genau wie der Buick mit Scallops und Hoosier-Slicks sowie die überhaupt große Anzahl authentisch scharf gemachter Hot Rods und Lead Sleds. Hut ab!

Angenehme Gäste folgten dem Ruf der Hot Heads East 2010

Auf den Hutablagen der Herren sah man auf dem Headbanging 2010 vor allem Pomade; die weiblichen Gäste hatten sich ebenfalls in Schale geworfen und komplettierten das Bild der Greaser mit ihren Miezen aufs Angenehmste. Allererster Sahne war auch die Stimmung auf dem Zeltgelände, lockte doch die Veranstaltung der Hot Heads East 2010 wirklich prächtige Gäste an, die ihre Vorliebe zu großvolumigen Motoren und hochdrehenden Getränken einte. Whiskey mit den Schweden dort, Slibowitz mit den Tschechen nebenan, Wodka mit den Sachsen von quer gegenüber.
An beiden Abenden spielten zackige Tanzkapellen auf, und so mancher schwebte graziös über den Betonboden des Hangars. Vor dessen Türen zeigten die Schrauber besondere Fähigkeiten ihrer Boliden, sodass umweltschützerische Naturen vermutlich umgekippt wären.

Daumen hoch für die Hot Heads East!

Dieser Punkt vom Hot Rod Treffen der Hot Heads East machte das Wochenende überhaupt aus: ein Haufen Gleichgesinnte, mit denen man rasch ins Gespräch kam. Die Ökofraktion durfte draußen bleiben, das schlechte Wetter vom Headbanging 2009 ebenfalls. Sonne und Wolken wechselten sich ab, und gegen die Kälte der Nacht wussten sich die meisten auf irgendeine Weise zu schützen. Konstruktive Kritik gibt es abschließend mangels Grund nicht, sondern einfach ein dickes „Danke Schön!“ für das erstklassige Wochenende, dessen Ablauf für den Club viel Arbeit gewesen sein dürfte, die nicht hoch genug angerechnet werden kann. Auf das Headbanging 2011 darf sich jetzt schon gefreut werden!