BMW 850 – der bayerische Brandstifter

Als der 8er BMW 1989 heraus kam, sollte er als großes Coupe nicht nur den 6er BMW ablösen, sondern auch in fremden Revieren auf Kundenfang gehen.

Der 8er BMW kannte nur einen Gegner: die C126 und C140 Coupes von Mercedes. Und da es dort keine Sechszylinder gab, hielt man da sind München ebenfalls nicht für nötig. Laien mochten das große BMW Coupe vielleicht für einen aufgemotzten 3er halten, doch das neue Flaggschiff war weit mehr als das. Das Topmodell der Reihe, der BMW 850 CSi mit 5,6-l-V12 und 380 PS konnte sogar serienmäßig mit einer mitlenkenden Hinterachse aufwarten. Zuvor war lediglich der reguläre 850i im Programm, dem 1992 mit dem CSi zusätzlich der kleine 830 zur Seite gestellt wurde. Der 18 mal produzierte Prototyp gelangte aber nie in den Handel. 

Publikumsliebling war der BMW 850

Der BMW 850 i, später 850 Ci mit 300 bis 326 PS hatte mit 21.290 Exemplaren den Löwenanteil des Modells mit dem Werkscode BMW E31. Der 286 PS starke 840 Ci konnte als Nachfolger vom viel zu lahmen 830i von 1993 bis 1999 7.803 Kunden überzeugen, der 850 CSi immerhin derer 1.510. Damit lag das BWM Coupe weit hinter den Prognosen zurück. Gerade der anvisierte US-Markt befand den Edelflitzer angesichts der gebotenen Leistung für zu teuer. Dablieb den Bayern leider nichts anderes übrig, als den äußerst ambitionierten 8er BMW im Jahr 1999 nach insgesamt rund 30.000 Einheiten einzustellen.

Kein offener 8er BMW

Dabei sollte der BMW 850 keinesfalls das Ende der Fahnenstange markieren – um 1990 war sogar ein M8 angedacht, allerdings nie realisiert worden. Eine solche Studie mit etwa 550 PS kann seit Juli 2010 im Münchner BMW Museum bewundert werden. Auch die Fertigung eines Cabrios gehörte zu den Plänen. Die fehlende C-Säule sorgte jedoch für mangelnde Karosseriesteife und einen Überrollbügel wie bei den als Erdbeerkörbchen geschmähten Golf, Escort und Kadett verwarf beim 8er BMW man verständlicherweise bereits im Ansatz. Aber gut: Schon die Klappscheinwerfer vom BMW Coupe muten heutzutage skurril genug an.