Porsche 904 – Kunststoff aus Zuffenhausen

Der Porsche 904 war das erste Modell des Unternehmens mit Kunststoff-Karosserie. In den Handel gelangte er allerdings als Porsche Carrera GTS.

Denn Porsche 904 durfte er aufgrund von Peugeot nicht heißen: Die Franzosen hatten sich alle dreistelligen Zahlen mit einer Null in der Mitte als Pkw-Modellbezeichnung schützen lassen. Als GT-Rennwagen musste er jedoch nicht Porsche Carrera GTS heißen wie die Homologationsmodelle. 100 wurden vom Reglement erfordert, 116 verließen wegen der hohen nachfrage die Montagehalle. Für den Alltagseinsatz war das Porsche Coupe nur mäßig geeignet: Anstatt der Sitze waren Pedale und Lenkrad zu verschieben, der vorgeschriebene Kofferraum war in den abnehmbaren Heckdeckel integriert und nahm ganz hervorragend den Aktenkoffer vom Chef auf. Im Jahr 1964 waren 29.700,00 DM nicht viel für einen konkurrenzfähigen Renner, ein Opel Kadett A war allerdings für bereits 5.075 DM zu haben.

Porsche 904 trotz altem Motor flott

Der Vorderwagen des Porsche 904 beherbergt das für GT-Boliden vorgeschriebene komplett montierte Ersatzrad und den 100-Litertank – nötig für den Einsatz als Langstrecken-Flitzer. Zudem befindet sich der Ölkühler der zehn Liter beinhaltenden Trockensumpfschmierung in der Front. Der versorgt den Zweiliter-Boxer-Saugmotor mit je zwei obenliegenden Nockenwellen mit Königswellenantrieb. Der so genannte Fuhrmann-Motor lieferte bei 7000 Touren spritzige 180 PS, was das Porsche Coupe auf rund 260 Spitze brachte und Sprints von 0 auf 100 unter Sekunden gut war. Der als Mittelmotor positionierte Vierzylinder wirkt unter der großen Haube ein wenig verloren – der geplante Flat Six aus dem 911 war noch nicht fertig entwickelt. Macht nichts, der Porsche Carrera GTS ließ sich auch so prächtig absetzen.

Gut aussehen im Porsche Carrera GTS

Denn um sich wie gefordert zu verkaufen, musste das Porsche Coupe auch gut aussehen. Das tat der Porsche 904, keine Frage. Die mittragende Palatal-Karosserie war gefällig geschneidert und ruhte auf einem Kastenrahmen, der die Radaufhängungen, vorn wie hinten schrägliegende Doppelquerlenker mit querliegendem Stabilisator aufnahm. Leicht war der Porsche Carrera GTS außerdem: Gerade einmal 650 kg mussten bewegt werden, die aerodynamische Karosse mit geringen 106 cm Höhe setzte dem Wind nicht viel entgegen. Das zahlte sich im Rennsport aus, der sehr zuverlässige 904 erwies sich, bevorzugt in den Händen von Privatfahrern auf GT-Rennen, am Berg und auf Rallyes, als echter Siegertyp.