Pontiac GTO – Tame the Tiger

Wer das erste echte Muscle Car, den Pontiac GTO, bezwingen wollte, musste 1964 nur beim Autokauf eines Pontiac Tempest die richtigen Kreuze machen, schon donnerte der 389 cui Big Block im kleinen Coupe.

Damit war der Pontiac GTO die Initialzündung für den Muscle Car War, dem AMC, Chrysler und Ford nur allzu gern beiwohnten. Der auch mit einem Song als „Tiger“ beworbene GTO erfuhr 1966 eine wichtige Überarbeitung; der nur leicht modifizierte 1967 Pontiac GTO bekam mit 81722 Exemplaren allerdings weniger Kundschaft. „The Goat“ war bis 1973 stets als Coupe oder Cabrio zu haben. 1968 stand eine neue Generation mit fließenderer Linienführung an, die als Pendant zum günstigen Plymouth Roadrunner eine Sonderversion bekommen sollte. Der 1969 eingeführte GTO Judge geriet allerdings recht teuer und schwer, war aber trotz mindestens 366 bzw. 370 PS offizieller Leistung der Ram Air III und Ram Air IV V8-Motoren beileibe kein Verkehrshindernis.

Pontiac GTO wird von Chevelle SS und Roadrunner überflügelt

Auch brachte der GTO Pontiac nicht mehr die alten Verkaufszahlen, die billigeren Chevrolet Chevelle SS und Roadrunner fanden mehr Kunden. Dennoch verkaufte sich der Sportwagen für die Viertelmeile immer nicht recht ansprechend; wer auf dem Dragstrip ernst machen wollte, griff zum Ram Air V, der aus 400 cui satte 500 PS mobilisierte. 1970 änderte General Motors seine Politik, in Midsize-Fahrzeuge keine Maschinen mit mehr Hubraum zu stecken; so hielt auch der 455 HO mit angeblich 370 PS Einzug. Die Kfz-Versicherungen kamen jedoch bald dahinter, dass die Leistungsangaben aller Hersteller geradezu lächerlich untertrieben waren und straften die jungen, unfallträchtigen Fahrer mit höheren Beiträgen als die Monatsraten ab, was auch keine Interessenten zum Autohändler brachte.

Trans Am überlebt, GTO verliert

Im ewigen Wettkampf gegen das rasante Pony Car Pontiac Trans Am zog der GTO, auch „The Great One“ bezeichnet, schließlich den kürzeren; 1972 wurde er vom eigenständigen Modell zur LeMans-Option degradiert, im finalen Jahr 1974 gar auf die kleine X-Body-Plattform vom Chevy Nova gepfropft. Im Zuge des Erfolgs vom Firebird T/A in den 70ern wurde der Ruf nach einem GTO in originaler Größe laut, was 1977 mit dem Pontiac Can Am realisiert wurde. Ein Revival auf Basis des Holden Monaro mit minimal 350 und optional 400 PS aus dem Corvette V8 gab es von 2004 bis 2006; im jetzigen Jahr wurde die einst sportliche Marke Pontiac gestrichen. Ein Grund mehr, sich einen der Hecktriebler mit Starrachse zu sichern.