Mercedes Benz 200D – Der Youngtimer mit Stern und Heckflosse

Bekannt ist der Mercedes Benz 200D vor allem als das meist gefahrene Taxi seiner Zeit. Die deutlich schwächer motorisierten  Dieselvarianten des Mercedes Benz W 110, 190D und 200D, verkauften sich wesentlich besser als die Benziner.

Bis zum Erscheinen des Opel Rekord 2100 D im Jahre 1972 war Mercedes nach der Einstellung des Borgward 1800 Diesel in Deutschland alleine auf weiter Flur, wenn es um die Verwendung der Selbstzünder ging.

Die Dieselversionen des W110 waren vor allem wegen ihrer Langlebigkeit und Zuverlässigkeit in Verbindung mit ihrem geringen Treibstoffverbrauch und dem großen Kofferraum als Taxi in Deutschland und der Welt sehr beliebt. Obwohl sie mit 55 PS und 127 km/h Spitze über relativ wenig Motorleistung verfügten, liefen beide Versionen in den Produktionsjahren 1961 bis 1968 insgesamt 387.263 Mal vom Band. Die bis zu 120 PS starken Benziner brachten es trotz drei verschiedenen Modelle „nur“ auf 241.019 produzierte Exemplare.

Heckflossen wie die Amerikaner, der Mercedes Benz 200D

Der Mercedes-Benz W110 wurde ab 1961 produziert. Sein besonderes Merkmal waren verkleinerte Heckflossen, die er auch mit den Baureihen W 111 und W 112 gemein hatte. Sie waren kaum mehr, als eine Andeutung, und sind als Zugeständnis des eher konservativen Designs der Marke aus Stuttgart an die damalige Mode in den USA zu sehen.

Die Karosserie wurde vom damaligen MB-Chefdesigner Karl Wilfert entwickelt. Im Sprachgebrauch von Mercedes wurden die Heckflösselchen als „Peilstege“ bezeichnet, also gewissermaßen als Einparkhilfe. Der W 110 verfügte zudem als erstes deutsches Auto über eine stabile Fahrgastzelle und wirksame Knautschzonen.

Ab 1965 begann die Produktion des Mercedes Benz 200D

Die erste Dieselversion des W 110 wurde bereits 1961 vorgestellt. Der 190 D wurde bis 1965 225.645 Mal produziert. 1965 folgte ihm der Mercedes Benz 200D. Sein Motor hatte mit 55 PS und 2 Litern Hubraum zwar identische Motorleistungen, allerdings wurde das Aggregat einer kompletten Überarbeitung unterzogen.

Die Kurbelwelle des Motors war jetzt fünffach, statt vorher dreifach, gelagert, wodurch der Motor nun erheblich ruhiger lief. Zudem wurden die Heckleuchten des Wagens den damals neuen Bestimmungen der StVO angepasst. Sie waren nun größer als die Blinker und geradlinig angeordnet.

Der Mercedes Benz 200D lief bis zur Produktionseinstellung 1968 161.618 Mal vom Band

Auch wenn in Deutschland das letzte 200D-Taxi momentan noch von der neuen Feinstaubverordnung ausgebremst wird, ist dieser Klassiker noch immer irgendwo unermüdlich im Einsatz. Und dies wird sicherlich noch viele Jahrzehnte der Fall sein. Die Mercedes Benz 200D sind unverwüstlich.