Ford Taunus – Deutschlands Youngtimer mit der Knudsen-Nase

Taunus ist das Synonym für Ford, wenn es um die Klassiker dieser Marke geht. Wer hatte im Europa der 70er Jahre schon von einem Mustang gehört. Der Ford Taunus, genaugenommen der TC, der sich schnell zu Verkaufsschlager gemausert hatte, wäre in den 80ern beinahe vollständig in den Schrottpressen verschwunden, wäre er nicht langsam zum Kultobjekt avanciert.

Ford ist vielmehr Taunus, als man vielleicht annehmen mag. Nicht nur ein Markenname, in den Jahren nach dem Krieg bis 1967 hießen alle Fordmodelle in Deutschland ausschließlich Taunus. Der amerikanische Konzern hatte damals die Benutzung des Markennamens „Ford“ vollständig untersagt.

Neu war der Name dennoch nicht. Der erste Ford Taunus lief in Deutschland, genauer gesagt in Köln, schon 1939 vom Band. Der Ford Taunus G93A folgte 1939 bis 1942 dem „Eifel“ nach.

Der Ford Taunus TC war ein echter Verkaufsschlager

Legendär ist jedoch der Ford Taunus TC, der von 1970 bis 1982 vom Band lief und auch wieder das Logo von „Ford“ tragen durfte. Der Taunus TC war das deutsche Pedant zum englischen Ford Cortina MK III, der damit auch Pate für das TC-Kürzel stand. Beide Autos wurden von einem Vierzylinder Reihenmotor oder einem Sechszylinder-V-Motor per Heckantrieb über die Straße geschoben.

Der Youngtimer, der immer noch als unverwüstlich gilt, bot schon in seiner ersten Modellserie 1970 bis 1975 vier verschiedene Karosserievarianten. Sowohl eine Limousine mit zwei und vier Türen gehörte ebenso zum Programm wie ein Fastback-Coupé und eine Kombivariante, die traditionsgemäß den Namen „Turnier“ trug.

Unverkennbares Auto dank der Knudsen-Nase, der Ford Taunus TC

Charakteristisch für diese erste Generation war die sogenannte „Knudsen-Nase“ mit ihrer unverwechselbaren Kühlerpartie und der Hutze auf der Motorhaube. Dieses „Accessoire“ verdankte der Taunus dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von Ford Semon. E. Knudsen.

Bereits während der ersten Modellserie wurde der Taunus von Jahr zu Jahr überarbeitet. Zu den sechs Motorisierungen, von 1,3-Litern-Vierzylinder mit 55 PS bis hin zum 2,3-Liter-V6 mit 108 PS, kamen neue hinzu, am Fahrwerk wurden gefeilt und optimiert und auch der Innenraum erfuhr diverse Überarbeitungen.

1975 kam für den Ford Taunus das Ende der Knudsen-Nase

Die größte Veränderung brachte die zweite große Modellreihe ab 1975 mit sich. Ford legte die charakteristische Knudsen-Nase ad acta  und glättete die Frontpartie und die Motorhaube völlig. Wesentlich nüchterner wirkte der Ford Taunus nun und die Modellreiche des Jahres 1980 setzte diesen Trend dann letztendlich fort.

Der Nachfolger des Klassikers Ford Taunus, der Ford Sierra setzte komplett auf ein anderes Design. Der „Neue“ hatte weder mit dem „Knudsen-Taunus“ noch mit dem inzwischen auch hier bekannten Ford Mustang noch etwas gemein.