Chevrolet Corvette: Sting Ray im Leistungsrausch

Als die Chevrolet Corvette 1963 in zweiter Baureihe die Fans begeisterte, hatte sich auch unter der Fiberglas-Karosserie einiges getan: Die Corvette C2 war nun ein echter Sportwagen.

Das konnte die anfangs extrem erfolglose Corvette C1 nie von sich behaupten. Die neue Chevrolet Corvette überraschte jedoch mit vier einzeln aufgehängten Rädern – die Benchmark Ferrari 400 Superamerica hatte noch eine Starrachse – und einer knackigen Fiberglashülle, deren scharf auslaufender Boattail ein geteiltes Heckfenster aufwies. Das fiel zwar schon im nächsten Modelljahr dem Rotstift – angeblich der schlechten Sichtbarkeit wegen zum Opfer, doch waren es aus optischer Sicht das so genannte Split Window und die Klappscheinwerfer, die die Corvette C2 zur Ikone machten.

Corvette C2: Loud Pipes save Lives

Technisch waren es die V8 Motoren der Chevrolet Corvette, die ihren Status betonierten: Der 327 Chevy Small Block leistete mit Vergasern mindestens 250 PS, mit Rochester-Einspritzung sogar 360 bis 375. Im Jahr 1965 hielten zwei weitere wesentliche Neuerungen in die Corvette C2 Einzug: Vordere Scheibenbremsen und den 396 Big Block mit bis zu 425 PS. Das Folgejahr wurde noch viel wüster, ein noch größerer Motor brachte der Corvette 427 Kubikinch, also rund sieben Liter Hubraum. Wem diese Monster mit ihren donnernden Sidepipes keine Gänsehaut bescherte, der musste bereits tot sein. 430 PS lagen offiziell an, tatsächlich waren es nicht nur einige mehr.

Chevrolet Corvette: Handschaltung war Ehrensache

1967 war das letzte Jahr für die Corvette Sting Ray. Eigentlich sollte der Nachfolger Corvette C3 bereits in die Autohäuser kommen, doch die Einführung des Camaro verzögerte dies ins Modelljahr 1968. Da stänkerten alle über angebliche Qualitätsmängel und eine zu auffällige Gestaltung, bis ihnen aufging, dass es nichts Besseres – und vor allem Schnelleres – zu diesem Preis gab.
Wer einen Corvette Gebrauchtwagen der C2-Reihe sucht, wird feststellen, dass manuelle Viergangschaltung, wenig Elektroschnickschnack und  Cabrios das Angebot dominieren. Damals war die Chevrolet Corvette noch ein zu bezwingendes Monster, das erst in den 70ern massiv an Feuer verlor.