BMW CS 2800 – Flottes aus Bayern

Wer in den ausgehenden 60ern mit einem deutschen Produkt auf der Straße Ernst machen wollte, griff zum BMW CS 2800. Daas BMW Coupe hatte alles, worauf es ankam. Alles.

Tatsächlich stand der BMW CS 2800 zu seiner Einführung auf den Automarkt im Jahr 1968 bestens im Futter – der 2,8-l-Reihenechser lieferte spritzige 170 Vergaser-PS und stramme 235 Nm Drehmoment. Damit war man schon einmal wer und konnte auch den einen oder andern Porsche fordern. Obgleich die Bezeichnung „BMW CS“ auf „Coupe, Schalter“ hinweist, war das in der automobilen Oberklasse angesiedelte BMW Coupe auch mit einer Dreistufen-Automatik zu bekommen. Ein solcher Flitzer ist allerdings selten zu finden, da das Gros der Kunden sich für sportlich einschätzte und daher selbst bei der Gangwahl mitmischen wollte.

Die Schattenseite vom BMW Coupe

Einer, der sich das überlegenen Fahrwerk des BMW CS 2800 bei diversen illegalen Aktivitäten zu Nutzen machte, war der führerscheinlose Autodieb Andreas Baader. Aufgrund der Beliebtheit, die beinahe jedes BMW Coupe, CS oder ti, seinerseits erfuhr, galten die bayerischen Autos eine Zeitlang als Baader-Meinhof-Wagen, was deren rechtschaffenen Fahrern so manche Polizeikontrolle einbrachte. Böse Zungen mögen lästern, dass Baader den BMW E9 bevorzugte, da er ihm, der seine Fahrkünste des Öfteren deutlich überschätzte, die Möglichkeit bot, nicht gleich am nächsten Straßenschild zu zerschellen, sondern daran vorbei zu fahren.

Das Erbe des BMW CS

Das große BMW Coupe fand allerdings auch genügend seriöse Fahrer – 9.399 Kunden entschieden sich freudig für das bis 1971 gebaute BMW Coupe, noch mehr wollten gleich die stärkeren 3.0 CS bzw. 3.0 CSi-Modelle ihr Eigen wissen. Der Nachwelt brachte der BMW CS 2800 zwei wesentliche Hinterlassenschaften: Bis dato rennen erstens der BMW M3 die von ihm eingeführten Entlüftungsgitter auf den vorderen Kotflügeln. Zwotens kam das Design mit der nach vorne geneigten Front nebst Doppelscheinwerfer derart gut an, dass es noch eine ganze Weile, unter anderem für den indirekten Nachfolger, den 6er BMW E24, verwendet wurde.