Autobianchi A111 – ein kleiner Italiener

Als in den 60er Jahren ein Nachfolger für den betagten Fiat 1300/1500 her musste wurde, kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen Fiat und der von 1967 von Fiat übernommenen Firma Autobianchi.

Der Autobianchi A111 wurde als viertürige Stufenhecklimousine mit Quermotor und Frontantrieb auf Basis des Primula entwickelt. Fiat beendete die Kooperation aber überraschend ab und präsentierte 1966 der Öffentlichkeit den eigenständig gestalteten Fiat 124. Die Vorstand von Autobianchi befand die eigene Arbeit aber für gut und entwickelten den Wagen trotz dieser Unannehmlichkeiten zur Serienreife weiter. Im Juni 1969 schließlich wurde der A111 vorgestellt. Die Italiener positionierten den Kompaktwagen über dem Primula, der ab sofort nur noch mit zwei, drei und fünf Türen zu bekommen war.

Autobianchi nutzte bewährte Technik

Den Autobianchi A111 befeuerte der 75 PS starke OHV-Reihenvierer, der ein 1438 ccm Hubraum aufwies und schon im Primula Coupé S Verwendung fand. Im 402 cm langen, 161 cm schmalen und 135 cm hohen A111 wurde das Triebwerk allerdings um 20 Grad gekippt eingebaut. Mit dem als robust geltenden Motor machte der Wagen bei 5500 Touren 155 km/h Spitze. Auch die übrige Technik und Mechanik glichen größtenteils dem Primula-Konzept.

Knapp 57.000 Autobianchi A111 gebaut

Autobianchi vernachlässigte auch die passive Sicherheit im Fahrzeugdesign nicht: Der Aufbau Lage der Zahnstangenlenkung, die Türschlösser, die Unterbringung des Benzintanks sowie die Fixierung der Vordersitze entstanden nach den neuesten Erkenntnissen in punkto Insassenschutz. Außerdem glänzte der Wagen mit rundum montierten sich Scheibenbremsen. Wie bei anderen Autobianchi-Modelle vertrieb Citroen auch den A111 in zahlreichen Exportländern; der französische Autohersteller hatte diesbezüglich mit Fiat einen Vertrag geschlossen. 1972 lief die Fertigung des Autobianchi A111 nach beinahe 57.000 produzierten Wagen aus.