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BMW 750i mit V12: Der Zwölfzylinder-7er als Youngtimer und Oldtimer

Mit dem 750i brachte BMW Ende der 1980er-Jahre den Zwölfzylinder zurück in die deutsche Oberklasse. Was den V12-7er technisch auszeichnet und worauf du beim Kauf achten solltest.

Zwölf Zylinder unter der Haube einer deutschen Limousine – das galt lange als Privileg vergangener Zeiten. Mit dem 750i der Baureihe E32 änderte BMW das Ende der 1980er-Jahre und setzte damit ein Zeichen in der Oberklasse. Heute ist der V12-7er für viele Liebhaber der Inbegriff einer souveränen Reiselimousine aus der analogen Ära – und zugleich ein Auto, das beim Kauf und Unterhalt Respekt verlangt. Hier erfährst du, was den Wagen besonders macht und worauf es ankommt, wenn du dir einen zulegen möchtest.

Ein Prestigeprojekt für die Oberklasse

Die zweite Generation des 7er, intern E32 genannt, kam zunächst mit Sechszylindern auf den Markt. Das eigentliche Spitzenmodell folgte kurz darauf: der 750i mit einem komplett neu konstruierten V12. BMW wollte damit nicht nur der direkten Konkurrenz Paroli bieten, sondern auch zeigen, dass ein deutscher Hersteller in puncto Laufruhe und Kultiviertheit mit den traditionsreichen Luxusmarken mithalten kann.

Neben der normalen Version gab es den 750iL mit verlängertem Radstand, der vor allem Fondpassagieren mehr Beinfreiheit bot und häufig als Chauffeurwagen genutzt wurde. Die Nachfolgebaureihe E38 führte das V12-Konzept mit einem überarbeiteten, hubraumstärkeren Motor fort.

Die Technik des V12

Der Motor mit der Werksbezeichnung M70 schöpfte aus rund fünf Litern Hubraum etwa 300 PS. Wichtiger als die reine Leistung war jedoch die Art, wie sie abgegeben wurde: gleichmäßig, leise und nahezu vibrationsfrei. Einige konstruktive Besonderheiten prägen den Charakter des Wagens:

  • Zwei getrennte Motorsteuerungen: Jede Zylinderbank hat ihre eigene Elektronik. Fällt eine Seite aus, kann der Wagen mit der anderen Hälfte weiterfahren.
  • Elektronisches Gaspedal: Für die damalige Zeit ungewöhnlich, wurde die Drosselklappe nicht mehr rein mechanisch angesteuert.
  • Begrenzte Höchstgeschwindigkeit: Der 750i war eines der ersten deutschen Serienautos, dessen Spitzentempo elektronisch auf 250 km/h abgeregelt wurde.
  • Automatikgetriebe: Die Kraft wurde über eine Wandlerautomatik übertragen, passend zum komfortbetonten Charakter.

Die doppelte Auslegung vieler Systeme klingt nach Ausfallsicherheit, bedeutet in der Praxis aber auch: doppelt so viele Bauteile, die altern können.

Kaufberatung: Darauf solltest du achten

Ein V12-7er ist schnell gekauft, aber selten günstig instand gesetzt. Viele Exemplare wurden in ihrer zweiten oder dritten Hand nur noch notdürftig gepflegt. Ein lückenloses Scheckheft und Rechnungen über größere Arbeiten sind deshalb Gold wert. Besonders genau hinschauen solltest du bei folgenden Punkten:

  • Kühlsystem: Schläuche, Kühler, Wasserpumpe und Ausgleichsbehälter altern. Überhitzung kann dem Zwölfzylinder ernsthaft schaden.
  • Zündung und Gemischaufbereitung: Läuft der Motor unrund, ist oft eine Bank nicht voll beteiligt. Die Ursachensuche kann aufwendig sein.
  • Elektrik: Steuergeräte, Kabelbäume und Komfortfunktionen wie Fensterheber, Sitzverstellung oder Klimaautomatik verdienen einen gründlichen Funktionstest.
  • Getriebe: Ruckige oder verzögerte Schaltvorgänge deuten auf Verschleiß hin.
  • Fahrwerk: Das hohe Gewicht strapaziert Buchsen, Stoßdämpfer und Lenkung. Bei Fahrzeugen mit Niveauregulierung lohnt ein prüfender Blick auf das System.
  • Karosserie: Rost tritt beim E32 meist an Radläufen, Schwellern, Wagenheberaufnahmen und unter Dichtungen auf.

Lass das Fahrzeug idealerweise von einem unabhängigen Gutachter oder einer mit der Baureihe vertrauten Fachkraft begutachten, bevor du unterschreibst.

Unterhalt und Kosten

Die Marktpreise reichen von günstigen Bastelfahrzeugen bis zu gepflegten Exemplaren mit geringer Laufleistung, die deutlich mehr kosten. Die Spanne hängt stark von Zustand, Historie und Ausstattung ab. Wichtig: Ein billiger Kaufpreis wird bei diesem Modell häufig durch hohe Folgekosten aufgezehrt.

KostenpunktWas du einplanen solltest
KraftstoffHoher Verbrauch, besonders im Stadtverkehr
WartungZwölf Zündkerzen, doppelte Sensorik, aufwendige Arbeiten im engen Motorraum
ErsatzteileTeils gut erhältlich, einzelne Elektronikteile werden rar und teuer
VersicherungMit Oldtimertarif oft günstig, abhängig von Nutzung und Anbieter

H-Kennzeichen und Alltag

Da der E32 inzwischen mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hat, kommt für gut erhaltene, weitgehend originale Fahrzeuge ein H-Kennzeichen infrage. Voraussetzung ist ein positives Gutachten, das den Erhaltungszustand und die Originalität bestätigt. Welche Umbauten zulässig sind, klärst du am besten vorab mit dem Gutachter. Mit dem H-Kennzeichen sind in der Regel eine pauschale Kfz-Steuer und die Einfahrt in Umweltzonen verbunden; Details erfährst du bei deiner Zulassungsstelle.

Als Alltagsauto eignet sich der 750i nur bedingt. Seine Stärken spielt er auf langen Strecken aus – etwa auf der Fahrt zu Oldtimer-Treffen, wo der Zwölfzylinder regelmäßig für Gesprächsstoff sorgt.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein V12 statt eines Sechszylinder-7ers?

Wenn dir Laufkultur und Seltenheit wichtig sind, ja. Wer vor allem ein solides, günstiges Klassikerauto sucht, ist mit einem Sechszylinder meist besser bedient.

Kann der Wagen wirklich mit sechs Zylindern weiterfahren?

Dank getrennter Steuerungen ist das möglich. Es ist aber als Notlauf gedacht und kein Dauerzustand – die Ursache sollte rasch behoben werden.

Ist ein günstiges Exemplar ein guter Einstieg?

Selten. Vernachlässigte Fahrzeuge verursachen häufig Reparaturkosten, die den Preis eines gepflegten Wagens übersteigen.

Bekommt jeder 750i ein H-Kennzeichen?

Nein. Neben dem Alter entscheidet ein Gutachter über Zustand und Originalität. Stark veränderte oder schlecht erhaltene Fahrzeuge können abgelehnt werden.