Wichtiges Jubiläum beim VW Polo

Das Steilheck kam mit dem Polo II auf den Markt. Presse und Publikum waren auf der 1981er-IAA gleichermaßen überrascht: Ein Kleinwagen ganz ohne Schrägheck, vielmehr ein kompakter Kombi.

Der damals neue VW Polo bot bei nur wenig gewachsenen Abmessungen deutlich mehr Innenraum. Das Dach wurde bis ins Heck verlängert, der fast senkrechte Heckabschluss bewirkte maximales Ladevolumen, während es für die Hinterbänkler mehr Kopffreiheit gab. Schmale, senkrechte Rücklichter erlaubten eine möglichst breite Laderaumöffnung. Ein langes Seitenfenster und nach hinten gezogene Radläufe hoben auch in der Seitenansicht den Kombi im unter Herbert Schäfer gezeichneten Polo II hervor. Neu war das Design indes nicht, Chevrolet Vega Kammback und Ford Pinto Wagon waren ganz ähnlich gestaltet. Die Grundarchitektur des Vorgängers veränderte sich wenig, auch die schraubengefederte Starrachse hinten hatte Bestand.

VW Polo leicht und agil

Der Polo II bekam zum Modellwechsel 86 lediglich ein c an die Volkswagen-interne Typenbezeichnung gehängt. Für weitläufige Änderungen in der Technik und beim Fahrwerk gab es auch keinen Grund, denn die Fahreigenschaften der ersten und der zweiten Polo-Generation fanden bei Autotestern und Besitzern durchaus Zuspruch. Bei weiterhin sehr niedrigem Gewicht – je nach Version zwischen 770 und 830 kg – ließ sich der frontgetriebene Opel Corsa-Konkurrent äußerst flott und spurstabil um jede Kurve zirkeln; der cw-Wert von 0,39 war der klassenbeste. Der VW Polo mit Steilheck war zunächst mit einem optimierten 1,05-Liter-Motor mit 40 PS lieferbar. Zwei weitere Vierzylinder mit 50 PS (1,1 Liter) und 60 PS (1,3 Liter) bauten das Motorenprogramm aus.

Vierzylinder im Polo II

Im VW Polo löste zum Modelljahr 1984 ein effizienterer 1,3-Liter-Motor mit 55 PS letztere beide ab. Im September 1985 wurde auch das Basisaggregat durch die neue Generation mit Hydrostößeln ersetzt, es mobilisierte nun 45 PS aus 1,1 Liter Hubraum. 1987 wurde der neu entworfene VW Diesel mit 1,3 Litern und 45 PS als weiterer automobiler Meilenstein in der Wolfsburger Modellhistorie und im Kleinwagen-Segment anzusehen ist. Im Oktober 1990 erhielt der Polo II mit Rechteckscheinwerfern samt integrierten Blinkern an der gerundeten Front, neu designten und größeren Rückleuchten sowie massiveren Stoßfängern eine Modellpflege. 1994 war nach insgesamt 13 Fertigungsjahren und 1,7 Millionen Einheiten dann Schluss.