VW Vento – in Europa erfolgloser Jetta-Nachfolger

Der VW Vento wurde 1992 in Brüssel als Nachfolger vom Jetta II präsentiert. Mit der neuen Bezeichnung wollte Volkswagen vor allem für den deutschen Markt einen Imagewechsel der als Langweilerkiste verschrieenen Fahrzeugs und so eine Verkaufsanstieg herbeiführen.

Der Vento hieß außerhalb Europas neue Modell weiterhin „VW Jetta“, da speziell in den USA der Name positiv konnotiert war. Der VW Vento wurde den geänderten Kundenwünschen nicht mehr mit zwei, sondern ausschließlich mit vier Türen gebaut. Die kompakte Limousine war in technisch baugleich mit dem Golf III und wie die Vorgänger eine Stufenheck-Version vom Golf. Neben der 36 cm längeren Karosserie ist der VW Youngtimer vom Golf III durch eckige Scheinwerfer, einen anderen Kühlergrill, ein leicht verändertes Armaturenbrett (bis Anfang 1994), lackierte Front- und Heckschürzen, 14-Zoll-Räder, weiße Blinker vorn sowie eine aufwendigere Türinnenverkleidung zu unterscheiden.

Vento VR6 zur eigenen Trimmlinie geadelt

Den VW Vento gab es zunächst mit vier Vierzylinderbenzinern von 1,6 bis 2,0 l Hubraum und Leistungen von 75 bis 115 PS sowie den 174 PS starken 2,8-l-VR6. Daneben waren zwei 1,9 l große Selbstzünder mit 64 und 75 PS erhältlich. Die deutschen VW Händler boten den Wagen ins sechs Ausstattungslinien an: Den Vento CL und später außerdem CLX als Einstiegsmodelle, die komfortablen GL/GLX, als sportliche Vento GT und GTD – letzterer mit Dieselmotor sowie als Vento VR6 mit dem Sechszylinder-Benziner.

VW Vento in den USA sehr gefragt

Der 115 PS-Motor des Vento GT war gegen Aufpreis auch im GL verfügbar, hier außerdem in Kombination mit einem neuen Vierstufen-Automatikgetriebe. Die bestverkaufte Version war der VW Vento GL; zum beliebtesten Triebwerk avancierte der 1,8 l mit 90 PS. Aber weiterhin war den VW Youngtimer den Europäern herzlich egal; doch konnte er in Nordamerika als Jetta erneut zahlreiche Kunden überzeugen. Der satte 550 l große Kofferraum und das Raumgebot zählen zu den Vorzügen des bis 1998 produzierten Golf III mit Rucksack.