Talbot Tagora: Da war doch mal was!

Der Mitte 1980 angelaufene Talbot Tagora fesselte einfach keine Kunden – so wurde die Herstellung schon im Oktober 1983 nach insgesamt 20.133 produzierten Einheiten eingestellt. In Deutschland begeisterte die Limousine der oberen Mittelklasse immerhin 3.274 Kunden.

Der Talbot Tagora wurde von Chrysler Europe in Großbritannien als Ablösung der Modelle Chrysler 160/180 und 2 Liter sowie des Talbot-Simca 1610 entwickelt. Nach der Übernahme von Chrysler Europa durch PSA im Sommer 1978 wurde das Hecktriebler durch den neuen Eigentümer als Talbot überarbeitet. Zur Kostensenkung wurden bei dem von Simca bereits fertig entwickelten Wagen kurz vor Marktstart noch einige Baugruppen durch Peugeot Teile ersetzt. So steuerten der 604 die Vorderachse und der 504 das Getriebe bei. Der 505 spendete dem Tagora die Hinterachse, die aber eine in Relation zur Karosserie geringe Spurweite hatte.

Tagora SX bis zu 166 PS stark

Im Juni 1980 präsentierte die wiederbelebte Marke Talbot den Tagora als Flaggschiff. Anfangs war nur der 115 PS starke 2,2-l-Vierzylinder-Benziner aus Chrysler-Simca-Beständen in den Ausstattungsreihen GL und GLS mit Vier- (GL) oder Fünfgang-Handschaltung (GLS und SX) verfügbar. Ab Mitte 1981 bot Talbot optional die ZF-Automatik aus dem 504 an und kurz danach auch den 2,7 Liter großen PRV-V6 für die Topausstattung SX. Dessen durch zwei Dreifachvergaser aus dem Hause Weber auf 166 PS gepushte Leistung machte den Talbot Tagora seinerzeit zum stärksten französischen Serienauto.

Elektronik kann das Image des Talbot Tagora nicht aufpolieren

Der Talbot Oldtimer war außerdem als DT mit einem 2,3 Liter großen Saugdiesel von 80 PS aus dem Peugeot 604 erhältlich. Der 483 cm lange, 181 cm breite und 144 cm hohe Talbot Tagora war damals durchaus modern und mit sehr viel Elektronik bestückt. Neben einer elektronischen Zündung wurden Öl- und Wasserstände, die Beleuchtung und die Bremsbeläge kontrolliert. Serienmäßig beim Tagora SX, optional bei den übrigen Versionen zeigte ein Reisedatencomputer  unter anderem den Durchschnittsverbrauch und das gefahrene Tempo an. Doch das fragwürdige Design und die Chrysler-Gene verhinderten einen Erfolg.