» Youngtimer
Die amerikanischen Muscle-Cars sind Legenden, der Sound eines V8 ist unvergleichlich. Ob Pontiac GTO, Chevy Impala oder der Dodge Charger, sie sind der Inbegriff amerikanischer Automobil-Kultur.
Daher verwundert es kaum, dass in den letzten Jahren viele dieser alten Boliden ein Revival im Retro-Stil erlebt haben. Auch vom Dodge Charger gibt es mittlerweile ein neues Modell, welches unverkennbar die Züge des Klassikers von 1966 trägt.
Bereits 1964 stellte Dodge das erste Konzept ihres “Coupés” vor. Erst 1966 kam nach mehreren Kleinserien der Dodge Charger als Großserie auf den Mark und dies ganz der Zielgruppe entsprechend ausschließlich mit V8-Motorisierung.
Amerikanische Muscle-Cars waren vornehmlich auf ein junges Publikum konzipiert. Die große Motorisierung, das sportliche Design und der relativ geringe Preis im Vergleich zur Limousine sollten vor allem junge Käufer ansprechen. Der Charger bildete da keine Ausnahme.
Bereits 1968 überarbeitete Dodge die Modellreihe und brachte einen neuen, noch schnittigeren Charger auf den Markt. 1970 folgte dann die nächste Generation. Mit den neuen, strengeren Emissionsgesetzen in den USA brach so langsam in den Jahren ab 1974 das Ende der Muscle-Car-Ära an. [...mehr]
Als man 1953 den ersten Prototypen des Trabant P50 im VEB Forschungs- und Entwicklungswerk entwarf, war noch nicht absehbar, welchen Kultstatus das Auto aus Pappe einmal erreichen sollte. Bis zur politischen Wende 1989 war der Trabant der Volkswagen der DDR, zu dem es eigentlich nur eine Alternative gab - den Wartburg, der aber nie den Bekanntheitsgrad des „Trabbi“ erreichen sollte.
Wer seinen Trabant unmittelbar nach dem politischen Umbruch nicht gleich für wenig Geld verscherbelte und stattdessen etwas Geduld bewies, kann sich heutzutage freuen, denn der Trabant gehört inzwischen zu den beliebtesten Oldtimern dieser Republik. Gerade die älteren Generationen verbinden mit dem „Volkswagen“ des Ostens liebevolle Erinnerungen und wollen diese mit einem Trabant wieder aufleben lassen.
Der Trabant P50, dessen Name von den 500ccm Hubraum abgeleitet ist, war das erste Modell, welches auf den Markt gelangen sollte. Am 10. Juli 1958 wurde mit dem Beginn der Serienproduktion eine völlig neue Ära eingeleitet werden, die erst im Jahr 1991 ein jähes Ende finden sollte.
Der P50 verfügte über einen luftgekühlter Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 13,2 kW bei 3.750 U/min, dies entsprach knapp 18PS. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h war der kleine Flitzer aufgrund seiner 620 Kilogramm Gewicht recht schnell unterwegs, auch wenn dies aus heutiger Sicht sehr langsam erscheint. Nur knapp ein Jahr später erfuhr der Trabant P50 eine erste Modifizierung, so erhielt der P50 einen „Z“-Motor mit 14,7 kW (20 PS).
Für die damalige Zeit war die Einführung des Trabants von politischer Bedeutung, die heute kaum noch nachvollziehbar ist. Stattdessen überwiegt inzwischen die Begeisterung für das Fahrzeug an sich – die Verarbeitung, die Technik und das Flair.
Wer einmal in Genuss gekommen ist, wird dies auch verstehen können. [...mehr]
Eine genaue gesetzliche Definition ist für die Bezeichnung Youngtimer in deutschen Gesetzbüchern nicht zu finden, stattdessen hat sich im Laufe der Zeit der Youngtimer als Mittel der Wahrnehmung etabliert. So kann es durchaus vorkommen, dass Autos des gleichen Baujahres als Oldtimer beziehungsweise Youngtimer eingestuft wird. Für Besitzer ist die Einstufung entscheidend, denn dadurch ergeben sich möglicherweise Vergünstigungen bei Steuern und Autoversicherung.
Als Datierungsbeginn haben sich die 15 Jahre durchgesetzt, was aber nicht unbedingt bindend sein muss. Überschreitet das Fahrzeug das Alter von 15 Jahren, kann es als Youngtimer eingestuft werden. Als klassische Youngtimer werden der Ford Capri, der Opel Manta, der VW Scirocco und der Mercedes-Benz W123 in den Listen der Hersteller geführt. Wobei selbst Klassiker wie der Ford Fiesta in seiner ersten Generation durchaus als Youngtimer gilt, wobei der kleine Flitzer bereits seit 1976 produziert wird und mit seinen 30 Jahren an der Grenze zu den Oldtimern kratzt.
Das wichtigste Kriterium für die Einstufung scheint ihre Alltagstauglichkeit zu sein. Dank schon modern anmutender Technik wie Antiblockiersystem, Klimaanlage und elektronische Fensterheber entsprechen sie mehr den Vorstellungen eines modernen Fahrzeugs als klassische Oldtimer. Mit ein wenig Pflege und Zuneigung können Youngtimer problemlos in den Alltag integriert werden. Allerdings muss man sich mit der gesetzlichen Regelung für die Autokennzeichen vertraut machen, um einerseits Steuern zu sparen und andererseits eine gültige Zulassung zu erhalten. So gibt es für das 07-Kennzeichen seit dem vergangenen Jahr eine Neuregelung in Sachen Steuern und Versicherung, die man beachten sollte. Mittels eines Tarifrechners könnte man die für sich beste Versicherung herausfinden.
Wie schnell man in diese Regelung fällt, überrascht so manchen Autofahrer selbst. Moderne Baureihen wie der Ford Focus, VW Vento und Jetta können teilweise oder demnächst schon als Youngtimer eingestuft werden. [...mehr]
Bereits Mitte der 30er Jahre eröffnet Fiat mit dem 500 Topolino den Markt im Kleinwagensegment und wollte damit vor allem einen Kontrast zu den weit ausufernden Mittelklassewagen bilden. 1936 ging das erste „Mäuschen“ (Topolino) vom Band und
eroberte sogleich die Herzen der Italiener, die ihren kleinen Topolino noch bis heute verehren und ihm deshalb als Fiat 500 Retro noch einmal auf den Markt gebracht haben.
Der Fiat 500 Topolino verfügte über einen 13 PS starken Motor mit 569 cm³. In drei verschiedenen Versionen wurde der erste Fiat 500 zwischen 1936 und 1948 insgesamt 516 646-mal gefertigt, allerdings verkaufte man Baulizenzen unter anderem nach China, Deutschland und England. Für die Italiener war vor allem ein Aspekt interessant – alle Modelle konnten mit einem Faltdach versehen werden, so dass die wärmende italienische Sonne jederzeit auf das Haupt scheinen konnte. Die zweite Version des Fiats 500 wurde ab 1948 mit einem 16,5 PS starken Motor zum Verkauf angeboten.
Immerhin erreichten die neueren Fahrzeuge eine Höchstgeschwindigkeit die jenseits der 90 km/h lagen.
Der Nachfolger war der legendäre Fiat 500 Nuova, der zwischen 1957 und 1976 insgesamt 3.702.078 gebaut wurde, aber zunächst nicht so einschlug, wie man es bei Fiat erwartet hatte. Die technische Basis zum Vorgängermodell, dem Fiat 500 Toplino, wurde vollkommen verändert. So wurde im 500 Nuovo ein 13,5 PS Motor integriert, der über einen Hubraum von 479 cm³ verfügte. Die Höchstgeschwindigkeit lag schließlich bei rund 85 km/h. Durch einige Verbesserungen wie dem stärkeren Motor (16 PS), einer besseren Ausstattung sowie einer Preissenkung wurde der 500 Nouvo zu jenem Kultauto, wie man es heute in Erinnerung hat. In Anlehnung an den Fiat 500 Nuovo fertigt man nun den neuen Fiat 500, der genau 50 Jahre nach der ersten Präsentation der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Eines der erfolgreichsten Modelle der Marke Opel war der Opel Rekord, der zunächst 1953 unter dem Namen Opel Olympia Rekord produziert wurde. Es war der Nachfolger des alten Opel Olympia und sollte mit seinen neuartigen Formen den wirtschaftlichen Aufschwung am Beginn der 50er Jahre verdeutlichen. Für das Design des neuen Modells wurden aus Amerika die Pontonformen übernommen und zusätzlich mit viel Chrom versehen.
Zwischen den Jahren 1953 und 1986, als Opel das Modell Rekord zu den Akten legte, verkaufte es sich über zehn Millionen Mal. Nachfolger des Opel Rekord wurde dann der Opel Omega. Die erste Generation des Olympia-Rekord wurde mit einem 4-Zylinder-Motor mit 1.488 ccm versehen, der eine Leistung von zunächst 29 kW (40PS) besaß, später waren es 33kW (45PS). Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauerte bei dem ersten Modell noch zwischen 35 und 40 Sekunden, konnte aber bei den Modellen am Ende der 50er Jahre auf 26-30 Sekunden gesteigert werden. Die Preise für den Neuwagen variierten zwischen 5.500 und 6.500 Deutsche Mark.
Bis 1986 folgten noch sieben weitere Generationen des Opel Rekord, der in Deutschland als Mittelklasse-Fahrzeug ein hohes Ansehen genoss und vor allem mit dem Ford Taunus konkurrierte. In den späteren Genrationen hatten die Käufer schon eine vielfältigere Auswahl bei den Karosserien (Coupé, Cabrio, Limousine, Kombi) und bei den Motoren.
Je nach den Ansprüchen der jeweiligen Jahrzehnte erschien der Opel Rekord mit jeder Generation in einem neuen Gewand. Zunächst die Dynamik der 50er Jahre, die schlichte Eleganz in den 60er Jahren, der Optimismus und das Revolutionäre in den 70er Jahren und schließlich die neuen Konzepte in den 80er Jahren. In Kombination mit Opel Kadett, Manta und Ascona konnte sich Opel neben VW auf dem deutschen Automarkt etablieren und große Erfolge feiern.
Wer daran interessiert ist, sich einen Neuwagen zu kaufen, sollte sich die Zeit für einen ausführlichen Vergleich der Preise nehmen. [...mehr]
Eines der erfolgreichsten Exportautos Deutschlands war über Jahrzehnte hinweg der VW-Käfer. Was im Osten der Republik der Trabant war, ist der VW Käfer für den Westen, ein Kultauto, dessen Status von anderen Autos bislang noch nicht erreicht wurde.
Seit Beginn des Baus des unverwechselbaren Autos agierte der Käfer als Botschafter in aller Welt. Neben Produkten wie die Kuckucksuhr, Knödel und Goethe galt der Käfer als typisch deutsch. Die Silhouette des Volkswagens wurde während der gesamten Bauzeit niemals verändert, selbst als Forderungen nach einem neuen Design laut wurden, hat man an der Bauweise festgehalten. VW gelang es sogar mit humoristischen Werbekampagnen die Herzen von Nicht-Käferbesitzern zu erobern. Aber was machte dieses kleine Auto so faszinierend, dass es selbst in den USA, wo alles groß und mit Power sein musste, erfolgreich war.
Die geheimnisvolle Mischung des Käfers lautete: der Geruch, der Sound, das Gefühl, die Handlichkeit und das Image. All diese Dinge machten den Käfer zu einem besonderen Auto. Während die Konkurrenten mit geruchsfreier Heizung warben, machte gerade die Heißluftbrise des Autos den einzigartigen Geruch aus. Mit dem typischen Gefühl des Käfers wuchs eine ganze Generation heran. Manche Kinder konnten ohne das Summen des Käfermotors schon gar nicht mehr in den Schlaf gewiegt werden. Man besaß einfach das wohlige Gefühl von Geborgenheit. Die Handhabung des Käfers war sein großes Plus. Das leichte Bedienen der Lenkung und Schaltung machte das Auto auch für Fahranfänger attraktiv. Obwohl es damals mit Sicherheit noch keinen großen Parkplatzmangel gab, war das Einparken mit dem handlichen Käfer ein Kinderspiel. Das etwas beschaulichere Tempo wurde ohne Widerwillen in Kauf genommen.
Beim Image hatte der Käfer immer die Nase vorn. Immer ein wenig belächelt, aber doch ungemein beliebt, gehört er eben Straßenbild in Deutschland. Seine Besitzer besaßen ihren eigenen Humor und das Auto versprühte Charme – wer einen Käfer besaß, war „WER“.
Die Beliebtheit des wiedergeborenen Käfers, des VW Beetle, zeigt, der Käfer wäre heute noch Kult. Der letzte gebaute Käfer rollte 1978 mit etwas Wehmut vom Band und wurde durch den ersten Golf ersetzt. Aber die Geschichte des Käfers wird noch lange nicht beendet sein. [...mehr]









