» Vorkriegsautos
Dass der Adler Standard 6 den heimischen Horst erreicht, ist nicht ganz utopisch. Zwar handelt es sich bei dem Mittelklasse-Fahrzeug um ein Vorkriegsauto, doch wurde der Standard 6 in recht ordentlichen Stückzahlen gebaut.
Spektakulärstes Merkmal des Adler Standard 6 war seine Ganzstahlkarosserie des Karossiers Ambi-Budd. Das mag uns heute seltsam erscheinen, löst selbst eine Carbonaußenhaut bestenfalls ein müdes Zucken aus. Doch 1927 kollidierten die Autos noch anders: Hersteller wie Tornax und viele andere bauten ein Gerüst aus Holz und verkleideten es mit Blech oder Kunstleder. Diese aus Amerika übernommene Bauweise hat zweierlei Vorteile, zunächst einmal geht die Karosseriefertigung aus gepressten und gestanzten Blechen erheblich schneller von
statten, zweitens ermöglicht sie – eine genügende Stückzahl vorausgesetzt – ein beliebiges Teil vom Schrott zu nehmen und damit identisches am eigenen Auto zu auszutauschen. Je mehr Handarbeit in den Aufbauten steckte, desto unregelmäßiger und unpräziser wurden und sind sie immer noch. Wer mit dem Ambi-Budd Adler Standard Adler 6 nichts anfangen konnte, bestellte sich einfach ein fahrtüchtiges Chassis und ließ ein außenstehendes Karosseriewerk nach Wunsch die Blechhülle maßschneidern. Der inzwischen so gut wie ausgestorbene Leiterrahmen ermöglichte dies.
Adler 10/45 Standard 6 und Adler 12/50 Standard 6A
Insgesamt gab es vier Ausführungen des Adler 6 Standard, so zunächst von 1927 bis 1930 den Standard 6 (10N). Diesen gab es als 4-türige Tourenwagen und Limousinen sowie als 2-türiges [...mehr]


