» Stoewer
Der Horch 850 - eine Bauserie, die auch den letzten Zweifler anno 1935 davon überzeugte, dass es nur einen König der Automobilbauer gab: Die Horch Werke. Die Nachfolgeserie des Horch 500 überzeugte damals mit ihrer sanft geschwungenen Karosserie und einem Design, nach dem sich die Reichen und Schönen die Augen ausschauten.
Der Horch 853 ist das Kabriolett der Serie - noch heute gilt es als der weltweit schönste Sportwagen dieser Zeit. Angetrieben wird dieses Wunder der Automobilkunst von einem 8zylindrigen 4-Takt-Motor mit 4,944 ccm Hubraum. Eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h bei einem Gewicht von zweieinhalb Tonnen - dieser Wagen konnte noch beides: Gut aussehen und Leistung bringen.
Das Gefährt wurde in einer exklusiven Stückzahl von nur 619 Exemplaren hergestellt. Der Verbrauch von 22 Litern auf 100 km/h ist für ein Gefährt aus dieser Zeit relativ normal, auch wenn er natürlich vom heutigen Standpunkt aus ein extremes Kostenloch darstellt.
Dafür verzaubert der Wagen jede Straße, die er entlanggleitet. Er wird heutzutage noch des öfteren bei Hochzeiten, auf Oldtimer-Treffs und natürlich auf Messen gesichtet. Für mich jedes Mal ein Highlight. Wenn man den Horch sieht, versteht man auch verstehen, warum Horch und nicht Stoewer zu der Zeit das Mass aller Ding war
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Die Stoewer-Automobile wurden mit dem Ende des 2. Weltkrieges zu Grabe getragen. Die traditionelle Firma, die im heutigen polnischen Stettin zu Hause gewesen war, fiel nach der geographischen Neuordnung auf polnisches Gebiet und somit in staatliche Hände, wo anscheinend kein Interesse herrschte, die Produktion fortzuführen.
Das Unternehmen, welches schon 1858 als Feinmechanische Reparaturwerkstatt gegründet wurde, gehörte am Ende des 19. Jahrhunderts zu den Pionieren des Automobils. Mit dem „Große Stoewer Motorwagen“ sollte eine neue Ära des
Unternehmens eingeläutet werden, die selbst durch die Wirtschaftskrise kein Ende fand. Zu den Glanzzeiten von Stoewer agierte man mit Horch und Mercedes auf Augenhöhe. Der Vorteil des Unternehmens war, dass man sich auf hochwertige und sportliche Luxuswagen spezialisiert hatte, statt einer typischen Massenproduktion zu folgen. In den 20er und 30er Jahren entwickelte man solide Modelle, die eine breite Käuferschicht fanden.
Zwischen 1917 und 1926 wurde die Herstellerpalette von Stoewer um die Produktion von Traktoren erweitert. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann eigentlich schon der Niedergang des traditionellen Unternehmens, denn man wurde in die staatlich gelenkte Rüstungsproduktion
eingebunden und war für 11.000 Exemplare LEPKW verantwortlich. Die Beteiligung an der Rüstungsproduktion dürfte wohl die späteren Machthaber dazu veranlasst haben, das Unternehmen aufzulösen.
Liebhaber von historischen Automobilen sind bei Oldtimer-Auktionen ständig auf der Suche nach Stoewer-Automobilen. Gut erhaltenen Modellen müssen sich hinter den Neuheiten des Genfer Autosalon keinesfalls verstecken. [...mehr]





