» Riley
Leider gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten als Fan von Oldtimern sich schöne Schmuckstücke anzuschauen. Eine dieser seltenen Augenblicke wäre die Motorwelt in Berlin gewesen, die am vergangenen Wochenende in Kooperation mit dem Kraftfahrzeughandel in den Messehallen unterm Funkturm veranstaltet wurde.
Die Stars des letzten Jahrhunderts waren dank des Meilenwerkes in Berlin und des Horch-Museums aus Zwickau auf der Messe sehr vielfältig vertreten. Auf rund einem Sechstel des gesamten Messefläche präsentierte man Fahrzeuge der
Marken DKW, Horch, Audi, Wanderer und vielen mehr. Anhänger dieser seltenen Überreste vom Anfang des Automobilbaus kam voll auf ihre Kosten.
Insbesondere die Modelle aus dem Horch-Museum begeisterten die Besucher. Eines der letzten Horch-Modelle, der Horch 853 A von 1938, mit einem Acht-Zylinder-Reihenmotor mit 4.944 ccm war eines jener Ausstellungsstücke. Wer sich auch für die Restauration und der Arbeit an Oldtimern interessierte, fand auf der Messe fachkompetente Ansprechpartner. Viele Typen, die auf der Messe zu sehen waren, werden wir hier in Kürze näher vorstellen.
Allein im März stehen drei weitere Oldtimer-Messen auf dem Terminkalender. Am 1. und 2. März öffnet der Antwerp Classic Salon seine Tore, vom 14. bis zum 16. März wird die Retro Classics in Stuttgart veranstaltet und schließlich kann man auf der Techno Classica in Essen sich mit seinen Lieblingen auseinandersetzen.
Der einstige englische Automobilhersteller ist bei vielen Oldtimer-Fans schon in Vergessenheit geraten, dabei überraschte diese Marke bei den Sportwagen, Viersitzern und Coupés mit zahlreichen Innovationen.
Am Anfang stand wie bei vielen Automobilfirmen die Produktion von Zweirädern. Der rasante Fortschritt auf dem Gebiet der Motoren und vor allem der Wegfall von billigen Arbeitskräften durch das Inkrafttreten des Kinderarbeit-Verbotes ließ viele Firmen sich nach Alternativen umschauen.
Der geniale Kopf der Marke Riley war Percy Riley, der zusammen mit einigen Konstrukteuren 1907 den ersten vierrädrigen Riley mit 1034 cm3 und 9 PS auf die Beine stellte. Das innovativste Detail des Autos waren aber die abnehmbaren Räder, so dass das mühsame Demontieren der gesamten Felge nun der Geschichte angehörte, zumindest bei einem Auto der Marke Riley. Erstaunlich ist die Tatsache, dass nach der Patentierung zunächst auch die großen Automobilhersteller wie Fiat oder Mercedes ihre Reifen bei Riley fertigen lassen mussten.
Der Durchbruch gelang Riley mit dem Riley 11 “Redwinger”, der mit einem 35PS-Motor mit 1498 ccm versehen war. In den Jahren zwischen den Weltkriegen erfreute sich der sportliche Flitzer einer großen Beliebtheit auf der Britischen Insel. In den 20er und 30er Jahren konzipierte man zahlreiche Modelle mit Sechs- und Achtzylinder-Motoren, die zwar im Rennsport einen großen Anklang fanden, aber von den Käufern nicht angenommen wurden. So verschlang die Entwicklung von neuen Modellen derart viel Geld, dass man 1939 die Firma an William Richard Morris verkaufen musste.
Da man sich auch leider nach den Kriegsjahren nicht erfolgreich auf dem Automarkt durchsetzen konnte, gab man die Marke 1969 endgültig auf. Die vielfältigen Modelle von Riley werden aber Oldtimer-Liebhaber immer in Erinnerung bleiben. [...mehr]




