» Fridolin
Leider gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten als Fan von Oldtimern sich schöne Schmuckstücke anzuschauen. Eine dieser seltenen Augenblicke wäre die Motorwelt in Berlin gewesen, die am vergangenen Wochenende in Kooperation mit dem Kraftfahrzeughandel in den Messehallen unterm Funkturm veranstaltet wurde.
Die Stars des letzten Jahrhunderts waren dank des Meilenwerkes in Berlin und des Horch-Museums aus Zwickau auf der Messe sehr vielfältig vertreten. Auf rund einem Sechstel des gesamten Messefläche präsentierte man Fahrzeuge der
Marken DKW, Horch, Audi, Wanderer und vielen mehr. Anhänger dieser seltenen Überreste vom Anfang des Automobilbaus kam voll auf ihre Kosten.
Insbesondere die Modelle aus dem Horch-Museum begeisterten die Besucher. Eines der letzten Horch-Modelle, der Horch 853 A von 1938, mit einem Acht-Zylinder-Reihenmotor mit 4.944 ccm war eines jener Ausstellungsstücke. Wer sich auch für die Restauration und der Arbeit an Oldtimern interessierte, fand auf der Messe fachkompetente Ansprechpartner. Viele Typen, die auf der Messe zu sehen waren, werden wir hier in Kürze näher vorstellen.
Allein im März stehen drei weitere Oldtimer-Messen auf dem Terminkalender. Am 1. und 2. März öffnet der Antwerp Classic Salon seine Tore, vom 14. bis zum 16. März wird die Retro Classics in Stuttgart veranstaltet und schließlich kann man auf der Techno Classica in Essen sich mit seinen Lieblingen auseinandersetzen.
Fridolin – klingt niedlich und ist er auch. Der kleine Volkswagen, der nur in einer Stückzahl von 3.500 Fahrzeugen für die Deutsche Post zwischen 1964 und 1973 hergestellt wurde, erfreut sich bei Oldtimer-Fans einer großen Beliebtheit.
Ähnlich wie bei begehrten Luxus-Oldtimern macht die geringe Produktionszahl den Fridolin zu einer Rarität. Weil alle bisher existierenden Modelle für die Deutsche Bundespost vollkommen ungeeignet waren, gab die Post beim Volkswagen einen Typ in Auftrag, der genug Räumlichkeiten besitzt und gleichwohl bequem durch den Verkehr zu dirigieren ist. Ein
ganz wichtiger Aspekt beim Wunschauto der Post sollte der Laderaum sein, der mindestens zwei Kubikmeter besitzen und rund 400 Kilogramm Nutzlast aushalten sollte. Diesen Wunsch erfüllte Volkswagen in Form des Fridolin Typ 147.
Ein anderer wichtiger Aspekt für die Post war, die Kosten für das Fahrzeug so gering wie möglich zu halten. Deshalb entschloss man sich bei Volkswagen schon bereits existierende Teile anderer Modelle für den Fridolin zu nutzen. So stammen der Motor, das Getriebe und die Achsen vom VW Käfer. Für das Chassis des Fridolin nutzte man das Basismodell des Karmann-Ghia, einem Sportwagen, sowie Teile vom Bulli und dem VW Typ 3. Zudem nutzte man erstmals Schiebetüren, die bis heute ihre Verwendung in Postfahrzeugen gefunden haben. Der Fridolin war so erfolgreich auf deutschen Straßen unterwegs, das die Schweizer Post sich ebenfalls über 1.000 Modelle bestellte.
Heute existieren leider nur noch wenige Fridolins. Weltweit wird ihre Zahl auf rund 200 geschätzt, wovon allein 40 in Deutschland unterwegs sind.




