» Alfa Romeo
Wer in den 80ern einen großen Italiener klassischer Prägung fahren wollte, wurde mit dem Alfa 6 ideal bedient. Stets mit an Bord der Benzin-Versionen war der kraftvolle Alfa V6.

Ja, der größere Bruder der Alfetta-Limousine hatte den Alfa V6 – und zwar nur den. Das Transaxle-Getriebe hatte er jedoch nicht, die angetriebene De-Dion-Hinterachse schon. Mit 2,5 l Hubraum verhalf das Treibwerk dem 476 cm langen und 169 cm breiten Viertürer der oberen Mittelklasse zu standesgemäßen Fahrleistungen. Kernige 158 PS und 224 Nm lagen an, das Gemisch lieferten sechs einzelnen Dell’Orto Vergaser. Optisch war der Alfa 6 mit seinem sehr langen Hecküberhang gegen die Konkurrenz in Form des Mercedes 280 und BMW 528i etwas ins Hintertreffen geraten. Auch die 14-Zoll-Räder des in Italien „Alfone“ genannten Alfa 6 waren bei seiner Vorstellung im Jahr 1979 nicht mehr zeitgemäß. [...mehr]
Der Alfa Alfetta wurde 12 lange Jahre zwischen 1972 und 1984 gebaut. Kein Wunder – Sowohl mit Chrom als später mit Plastik machte der Alfetta ein äußerst gute Figur.

Mit dem Alfetta wurden all jene glücklich, die entweder italophil veranlagt waren oder sich eine dynamische Limousine in die Garage stellen wollten. Zum denkbar guten Fahrverhalten der viertürigen Stufenheck-Limousine trugen sowohl das Transaxle-Getriebe zwischen den angetriebenen Hinterrädern an De-Dion-Achse als auch die vorderen Doppelquerlenker mit längs liegenden Drehstabfedern bei. Die ideale Gewichtsverteilung von 50:50 düpierte alle Konkurrenten und förderte Traktion wie Kurvenlage des Alfa Alfetta gleichermaßen. Auch nicht alltäglich waren die vier Scheibenbremsen, hinten direkt am Differential – Mamma Mia! [...mehr]
Mit dem Alfa Montreal wollte der italienische Staatsbetrieb einen edlen GT auf die Räder stellen. Das gelang zwar, doch kam der Alfa Romeo Oldtimer zu falschen Zeit.

Mit dem Alfa Montreal war’s beim Autoquartett wie in der Wirklichkeit: Der Achtzylinder konnte so manche Karte gewinnen, doch war der Rest eher mau. Der Alfa Romeo Oldtimer wurde zur Weltausstellung 1967 in Montreal als namenlose Studie präsentiert und fand großen Anklang. Für die Serienherstellung änderte man die Technik vom Rennwagen Alfa Tipo 33 auf größere Alltagstauglichkeit ab, der 2,6 l große V8 mit Trockensumpfschmierung war ein Novum der Firma. Als Mittelmotor wurde das Triebwerk nicht verbaut, die breiten Schlitze der C-Säule simulieren jedoch wie beim Ford Capri I derartige Lufteinlässe. [...mehr]
Einst konnte man die Herkunft eines Rennwagens an der Farbe des Lackes ablesen: Grün für Großbritannien, blau für Frankreich, Silber für Deutschland. Die Flitzer aus Italien trugen, wie auch heute oft, rot. Das kleidet auch diesen Alfa Romeo 12 C Monoposto von 1937.
Alfa-Unikat – hier mal nicht inflationär gebraucht
Lediglich drei Exemplare des 12 C wurden 1937 in Handarbeit hergestellt; davon existiert heute noch ein einziger. Der tiefliegende Einsitzer – auf den Notsitz samt Schmiermaxe konnte man in den 30ern bereits verzichten – hatte die staatstragende Aufgabe, den italienischen Nationalstolz gegen den kraftstrotzenden Silberpfeile zu behaupten. Vittorio Jani stand hinter der Entwicklung des 12 C, doch genauso wie Fahrerlegende Tazio Nuvolari wurde er mit dem Rennwagen nicht glücklich. Beide verleißen Alfa Romeo, Jano heuerte bei Lancia an, und Nuvolari brillierte auf den Wagen Auto-Union.
Mit der Reife kommen die Erfolge für den Alfa
Beim Großen Preis von Italien wurde der 12 C nicht mit Lorbeeren bedacht, auch beim Rennen um den Coppa Acerbo stand kein Alfisto auf dem Siegertreppchen. Den kleinen Rennställen wie Amserati und eben auch Alfa Romeo fehlten die Mittel, um den staatlich massiv subventionierten Auto-Union und Mercedes-Benz Paroli zu bieten. Hinzu kamen Mängel im Handling.
Die Stunde des 12 C schlug erst in der Nachkriegszeit, als er als „junger Gebrauchter“ zahlreiche Motorsport-Erfolge erringen konnte. So pilotierte Archille Varzi im Jahr 1948 den Alfa auf den zweiten Platz beim Gran Premio Mar de Plata und auf die oberste Stufe des Treppchens beim Gran Premio Interlagos. Im selben Jahr fuhr Clemar Bucci lbeim Gran Premio Cordoba einen zweiten Rang heraus und belegte 1950 beim Gran Premio Buenos Aires die dritte Podeststufe.
Kraft im Überfluss im 12 C
Dank Kompressoraufladung stemmte der 4,5 l V12-Motor je nach Quelle 430 - 450 PS auf die Kurbelwelle, die per Viergangschaltung an die hintere Starrachse weitergeleitet wurden. Damals zeitgemäß, heute ein Schock für jeden Autotester. Denn der vollgetankte Monoposto brachte gerade mal zwischen 808 und 818 kg auf die Waage, was ein Leistungsgewicht von 1,82 bis 1,9 kg pro PS bedeutet. Nicht weniger beeindruckend ist die Literleistung des Front-Mittelmotorfahrzeugs, die bei gut 100 PS für jeden Liter Hubraum rangiert. Dennoch reichten Alfa Romoes Anstrengungen nicht, die Silberpfeile waren stärker.
Zu sehen ist der 12 C Monoposto am 1. und 2. August auf den Schloss Dyck Classic Days 2009 [...mehr]
Mit dem Alfa 75 gratulierte sich Alfa Romeo 1985 zum 75-jährigen Firmenjubiläum. Von vielen Alfisti als letzten echten Alfa vor der Fiatübernahme beweint, glänzt der Alfa 75 mit charakteristischen Alfa-Merkmalen. Heckantrieb samt Transaxlegetriebe und DeDionachse versprachen alfatypische Fahrdynamik. Dass diese auch mit lediglich 1,8 l Hubraum erreicht werden konnte, besorgte der in Mode kommende Turbolader.
Turboaufladung – der Alfa 75 stellt sich Zeitgeschmack und Politik
Ein Jahr nach dem Debüt des 75 gesellte sich 1986 der 75 Turbo zu seinen vier- und sechszylindrigen Stallgenossen. In Zeiten von Maserati Biturbo und Porsche 959 erwies sich die Aufladung als cleverer Weg, mit dem Ruhm des Püsterichs einige Marktanteile gutzumachen. Zudem legitimierte die italienische Luxussteuer mit einem Zuschlag von 33,3 % auf Fahrzuge mit mehr als zwei l Hubraum Alfas starke, kleinvolumige Motoren als dringende Notwendigkeit. Allen 75 Turbo waren ein Garret T3-Lader, ein Ladeluft- und ein Ölkühler beschieden. Trotz all dieser Raffinessen empfiehlt sich langsames Kaltfahren des Mittelklassewagens, will man noch lange Freude an ihm haben.
Aufgeblasener Sporteinsatz im 75 Turbo evolutione
Zur Marktetablierung sollte auch die Teilnahme an der Tourenwagenweltmeisterschaft von 1987 verhelfen, was jedoch in einem Desaster endete: Die sechs gemeldeten Alfa 75 Turbo mit ihren 21 Fahrern konnten den BMW M3 und Sierra Cosworth nichts entgegensetzen und bekleideten bestenfalls einen 12. Platz in der Gesamtwertung.Als Sondermodell firmierte ab 1987 der 75 Turbo evolutione, der homologationsbedingt geringfügig weniger Hubraum als der Serien 75 Turbo, dafür mit besseren Tuningmöglichkeiten aufwartete. Leistung und Drehmoment blieben mit 155 PS und 226 Nm unverändert. Äußerlich hob sich der evolutione vom gewöhnlichen 75 Turbo durch Rundumverspoilerung und einen roten statt grauen Kühlergrilleinsatz ab.
Der 75 entwickelt sich als Verkaufserfolg
Trotz gescheiterter Rennkarriere verkaufte sich der 75 prächtig, in den ersten drei Jahren konnten gut 170000 Wagen an Freunde der gepflegten italienischen Linienführung gebracht werden. Namentlich stammte diese aus der Feder von Ermanno Cressoni, der auch Giulietta Nuova und Alfa 33 gestaltet hatte. Zudem riefen die vier Türen des kantigen Keils nie das Image einer lahmen Familienkutsche hervor; die dank des Getriebe-Differentialblocks im Heck perfekte Gewichtsverteilung von 50:50 und die 25-prozentige Differentialsperre sorgten für mehr Sportsgeist als ihn viele Konkurrenten je hatten. Gaseinsatzbedingt nahmen die flotten Alfisti Kurven leicht unter- bis zackig übersteuernd und erfreuten sich am ungefilterten Fahrvergnügen des 75 Turbo. Erst 1990 hielt das ABS Einzug. Scheibenbremsen rundum, hinten sogar innenliegend, gab es davor schon serienmäßig. [...mehr]
Seit 1921 ist die italienische Firma Bertone eine feste Größe im Karosseriedesign. Die Entwürfe der Bertone-Familie machten viele Wagen unvergleichlich. Auch bei Alfa Romeo prägten sie ganze Baureihen.
Der 1750er GT war seinerzeit der Traumwagen Vieler. Hervorgegangen war diese Serie aus dem Giulia Sprint von 1962. Bereits1963 brachte Alfa Romeo ein zweitüriges Sportcoupé des Giulia Sprints auf den Markt.
Das Design stammte von Giorgio Giugiaro, dem damaligen Chefdesigner von Bertone. Umgangssprachlich hießen die Giulia Sprints oft nur “Alfa GT” oder “Bertone”. Bei den späteren Serien wurde Der Name dann tatsächlich auf das “GT” zusammengestrichen.
Die 1750-Motorisierung wurde erstmalig 1967 zusammen mit einem Facelift unter dem Namen “Alfa Romeo 1750 GT Veloce” angeboten. 1971 erschien dann noch eine 2000er Variante bevor die Serie dann 1976 auslief. Bis dato wurden 225.215 Stück der GT-Baureihe produziert.
Serienmäßig gab es den GT mit einem Fünfganggetriebe. Mit seinen 114 PS in der Grundversion brachte es der 1750er bei einem Drehmoment von 186 Nm auf 2.900 Umdrehungen auf eine Spitzengeschwindigkeit von 190 km/h. Für den Sprint von 0 auf 100 brauchte der Bertone für damalige Verhältnisse kurze 10 Sekunden.
Wer heute noch einen gut erhaltenen 1750er erstehen will, muss tief in die Tasche gereifen, denn der “Bertone” ist nach wie vor sehr beliebt.
Eben ein echer Klassiker. [...mehr]
Zwar verrät sein Name schon seine Herkunft, aber hat man einmal den Alfa Romeo 6C zu Gesicht bekommen, wird man verstehen, was das Besondere an ihm. Insbesondere das Cabrio vereint alle typischen italienischen Eigenschaften auf sich – das Feuer, die Eleganz und die scheinbare Zeitlosigkeit. Noch heute eroberte der smarte Italiener die Frauenherzen im Sturm und welcher Oldtimer-Fan würde einen solchen Wagen nicht gern sein Eigen nennen.
Der Alfa Romeo 6C wurde erstmals 1925 der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und galt schon währenddessen als Maßstab des italienischen Autobaus. Zwar war man im Hause Alfa Romeo für die Entwicklung des Motors, des Getriebes und des Fahrgestelles verantwortlich, jedoch überließ man die Karosserie kreativen Firmen wie Zagato. Dass dieser Weg nicht unbedingt der falsche war, zeigte sich bereits 1927, als der 6C sehr schnell neue Besitzer fand.
Zunächst verfügten die Motoren über lediglich 44PS, aber im Laufe der Jahre steigerte sich dies bis 84 PS. Selbstverständlich gab es auch Weiterentwicklungen der Karosserie und des Antriebes, so dass der Alfa permanent auf dem neuesten Stand agierte.
Noch heute gehört zu den wertvollsten Fahrzeugen dieser Erde und konnte im Jahr 2007 sogar einen großen Erfolg feiern. Bei der Mille Miglia, einem Traditionsrennen in Italien, fuhren die Italiener Luciano Viaro und Luca Bergamaschi in einem Alfa 6C 1500 S als erste über die Ziellinie. Solche gigantischen Projekte sollte man nicht unbedingt jedes Jahr in Angriff nehmen, denn dann dürfte es schwerfallen, den Oldtimer zu versichern. Der Sieg bei solchen Rennen bringt zwar unheimlich Prestige, aber den passenden Tarif zu finden für eine Rennmaschine, dürfte an Unmöglichkeit grenzen.
Jedoch kann man die Fahrfreude am Alfa Romeo 6C nachvollziehen, der übrigens bis ins Jahr 1953 gefertigt wurde, es ist einfach ein wunderbares Auto. [...mehr]
Seit 1966 gehört der Alfa Romeo Spider zum Straßenbild in Europa. Vorzüglich in der Farbe Rot galt der kleine Sportwagen als typisches italienisches Auto, voll beladen mit Klischees. Das Cabrio mit roter Farbe war ein Markenzeichen von Mittelmeerliebhabern und Anhängern des mediterranen Klimas. Unter der Sonne Italiens ließ sich wunderbar an den Küstenstraßen lang sausen, den Wind in den Haaren und im Radio italienische Musik. Das Flair versprühte auch der Innenraum, der mit Holzdekoren und einem Holzlenkrad versehen wurde sowie die ledernen Sitze.
Die erste Generation des Alfa Romeo Spider spaltete die breite Öffentlichkeit. Das Design entsprach nicht unbedingt den Vorstellungen vieler Alfa Romeo-Fans, die deshalb dem Auto ablehnend gegenüber standen. Der „Duetto“, wie sein Beiname lautete, wurde mit einer 80 KW und 96 KW-Version auf den Markt gebracht und besaß einen Hubraum von 1,6 Litern. In Deutschland war die erste Genration lediglich unter den Namen Alfa Romeo 1600 Spider bekannt, fand aber recht schnell eine große Anhängerschaft. Trotz der anfänglichen Skepsis wurde zwischen 1970 und 1983 die zweite Generation des Spider gebaut. Das Heck wurde neu gestaltet und die Windschutzscheibe flacher angestellt. Für den amerikanischen Markt baute man zahlreiche Extras ein wie elektrische Fensterheber und verstellbare Außenspiegel. Die Motorengröße variierte zwischen 1,3 und 2,0 Litern.
Inzwischen gibt es eine sechste Generation des Alfa Remeo Spider, der sich aber als Oldtimer-Version größerer Beliebtheit erfreut. Die ersten beiden Generationen haben einen Kultstatus erreicht, der den neueren Generationen wahrscheinlich verwehrt bleiben wird. Der Charme des meist roten Flitzers verzaubert im mehr Fans, die auf der Suche nach einem schicken Sommerauto sind.









