Rover P5 – 15 Jahre und nicht totzukriegen

Wer einen Rover P5 fuhr, hatte es geschafft. Wenn es ein P5B mit Rover V8 war, setzten sich selbst die blaublütigtsen Halter ans Steuer.

Dass der ab 1958 gebaute Rover P5 als Rolls Royce des kleinen Mannes galt, war kein Fehler: Der Wagen der oberen Mittelklasse verkaufte sich anständig und hatte mit dem großen, rechteckig ausgeformten Grill tatsächlich gewisse Ähnlichkeit zum „Best Car of the World“. Dass die Seitenlinie eher aussah wie beim Volvo Amazon, tat nichts zur Sache. Für Vortrieb sorgte in den ersten drei Serien ein gusseiserner Dreiliter-Reihensechser mit 130 bis 136 PS. Wenn überdies die Frage nach dem ersten Coupe mit vier Türen aufkommt, muss die Antwort nicht unbedingt Mercedes CLS lauten: Der Rover P5 Serie II war als Limousine wie auch als Coupe mit niedrigerem Dach und schmaleren B-Säulen lieferbar. Das gab es auch in der letzten Version, dem Rover P5B mit dem Rover V8-Motor.

Rover V8 im P5B

Der P5B kam 1967 in die Autohäuser, wo er als Coupe beinahe so begeht war wie die Limousine; zuvor lag die Limo immer deutlich vorn. Doch mit dem Rover V8-Motor aus Leichtmetall, der von Buick zugekauft war – daher aus das B nach der 5 – passe das flache Coupe wohl besser zusammen, befanden sportlich orientierte Fahrer. Tatsächlich bekamen sie viel geboten, das Rover 3.5 litre-Emblem versprach 215 PS. Mehr Leistung hatten die damaligem Rolls Royce auch nicht, Drehmoment aber schon. Weniger sportlich war das Automatikgetriebe, dass neben der Servolenkung zur Standardausstattung gehörte. Im Jahr 1973 wurde der Rover P5B eingestellt – das lag weniger an der Ölkrise, sondern am Nachfolger Rover P6, der schon mit den Hufen scharrte. Selbstverständlich auch mit V8.

Auch in besseren Kreisen beliebt – der Rover P5

Optisch unterschied sich der P5B mit dem Rover V8 unter der Haube in Details von seinen Vorgängern; so war er an den Stoßstangenhörnern und den unter den Hauptscheinwerfern angebrachten Nebellampen zu erkennen, die ihm einen zeitgemäßen Look mit vertikalen „Doppelscheinwerfern“ verpasste.
Der Rover P5 erfuhr in seinem 15-jährigen Leben stets Interesse durch die britische Regierung. Die letzten Exemplare des P5B, die vom Band liefen, waren ihr sogar vorbehalten. Selbst die Queen soll einen gefahren haben – persönlcih, anstelle im Chauffeur-gelenkten Rolls Royce Platz zu nehmen.