Opel Senator – Abstieg auf Raten

Dem Opel Senator als viertüriges Pendant zum Monza Coupe erging es wie der altehrwürdigen K-A-D-Baureihe, die er 1978 ablöste: Größe und Luxus allein gereichten nicht zum Überleben, wenn Image und Prestige nicht genügend vorhanden sind.

Für den Opel Senator hatte dabei alles prächtig angefangen. Kaum auf dem Markt, sahen Motorjournalisten in dem eigentlich eine Klasse tiefer positionierten Senator A ein Oberklassefahrzeug und ließen den zunächst nur mit Reihensechszylinder ausgestatteten Top-Opel mit gutem Ergebnis gegen Mercedes S-Klasse und 7er BMW antreten. Zeitgeistig waren Armaturenbrett und Sitze des Hecktrieblers farblich aufeinander abgestimmt und in Rot, Grün, Braun und Blau lieferbar. Die restliche Ausstattung fiel ebenfalls recht klassengemäß aus. Die zweite Ölkrise sägte allerdings erfolgreich an der gelungenen Doppel-Schräglenker-Hinterachse: Wer sich hohen Spritverbrauch nicht leisten konnte, verkaufte seinen Senator, ein typisches Aufsteiger Fahrzeug, schnellstmöglich. So war das Image dahin, und hoher Wertverlust zog ein. Stern und Nieren hatten damit indes keine Probleme.

Opel Senator A2-Facelift

Um das Interesse nicht weiter abflauen zu lassen, ließ Opel dem Stadtrat 1981 zunächst ein kleines Facelift zukommen und warf dann 1983 den umfassend überarbeiteten Opel Senator A2 auf den Markt. Die einst eckigen Scheinwerfer und Kühlergrill wichen einer aerodynamisch optimierten Frontgestaltung; das Heck erhielt ein durchgehendes Rückleuchten-Band. Auch konnten dem 3.0E-Motor mittels Ölkühler die Hitzewallungen abgewöhnt werden; zudem fanden nun kleinere 2.0 und 2.2-l-Einspritzmotoren Einzug, ebenso zwei Dieselmotoren. Wenn auch Gestaltung und Ergonomie etwas besser wurden, erlaubte das Interieur bezüglich Verarbeitung und  verbauter Kunststoffe keinen Vergleich zur Qualität von Mercedes und BMW. Opel wollte hier offenbar nicht wahrhaben, dass man am falschen Ende sparte. Auch die sichtbare Verwandschaft zum billigeren Rekord E, der die Basis stellte, half keineswegs.

B Senator – besonders begehrenswert von Irmscher

1987 führte Opel den parallel zum Omega A entwickelten B-Senator als Nachfolger ein. Anfangs gab es die vom Vorgängermodell bekannten 3.0-Liter-Einspritzer ohne (177 PS) und mit geregeltem Katalysator (156 PS). Im Herbst 1989 kam dann der C30SE-Sechszylinder mit 3.0-Litern Hubraum und 24-Ventilen sowie dem variablen Ansaugsystem Dual-Ram, der mit 204 PS den stärksten Serien-Motor im Senator B darstellte. Nur der 4,0-Liter-24-Ventiler im Tuning-Senator von Irmscher mit 272 PS wies mehr Kraft auf. Doch woran weder der 255 km/h schnelle Irmscher Senator noch die zur Imagehebung fehlenden Dieselmotoren etwas ausrichten konnten, war das komplette Scheitern von Opels Devise „Soviel Auto wie möglich fürs Geld“. Der Senator B verschwand 1993 aus dem Portfolio und wurde nicht ersetzt.
Wie der Monza haben kaum Exemplare überlebt; wer einen der leistungsfähigen Youngtimer günstig bewegen will, vertraut einem Kaltlaufregler Senator-Gemischzubereitung an.