Opel Diplomat im Wandel der Zeit

Autor: Florian
24. Februar 2010
Kategorie: Klassiker

Der Opel Diplomat stellte ab 1964 das Topmodell der in der Oberklasse positionierten KAD-Baureihe dar. Er stand vom Image und Leistung her auf einer Stufe mit der Mercedes S-Klasse.

Opel Diplomat B ©flickr / realname
Der Opel Diplomat war im Gegensatz zu seinen günstigeren Brüdern Opel Kapitän und Opel Admiral ausschließlich mit Chevrolet V8 und Zweistufen-Automatik „Turboglide“ versehen. Der anfängliche 283 cui Small Block überhitzte auf der Autobahn allerdings schnell; der spätere, extrem seltene, optionale 327 cui V8 hatte keine Probleme. Frisch auf dem Automarkt, wurde die Limousine wie auch das bei Karmann gebaute Diplomat Coupe begeistert aufgenommen; ihre Optik kombinierte Rekord C mit einem Schuss Chevy. Auch die bequeme Straßenlage kam gut an, später wurde der Diplomat A mit Starrachse an Blattfedern allerdings als zu weich kritisiert. Auch sein Benzinverbrauch von rund 20 Litern sorgte für schlechte Presse, wenngleich die Konkurrenz – oft weit weniger souverän motorisiert – auch nicht weniger konsumierte.

Diplomat B: stark, aber unbeliebt

1969 kam der Diplomat B zum Autohändler, der trotz modernerer De Dion Hinterachse und geringfügig kleinerer Karosserie keinen Stich gegen die übermächtige S-Klasse W108 und die aufwärts strebenden BMW-Fahrzeuge machen konnte. Im Diplomat V8 war nur der 327er mit 230 PS erhältlich, neu hinzu kam der 165 PS starke 2.8 E Reihensechser mit Bosch-Einspritzung. Beide Versionen verfügten über vier innenbelüftete Scheibenbremsen. Die erste Ölkrise verschlechterte die seit 1966 rückläufigen Verkaufszahlen weiterhin. Da half es auch nicht, den Admiral B in seinem letzen Jahr 1976 als Diplomat auszuweisen, um weniger solvente Kunden zum Autokauf zu bewegen. Der Admiral-Diplomat-Vergleich ist anhand der Scheinwerfer und Rückleuchten leicht zu bewerkstelligen: Beim Admiral (und Kapitän) sind alle länglich, während sie beim Diplo schmal und hoch bauen.

Opel Diolomat – Gründe für den Niedergang

Dem Opel Diplomat wurden 1977 schließlich seine amerikanisch inspirierte Karosserie und seine niedrige Wertschätzung zum Verhängnis. Trotz innovativer und hübscher Features wird die in der Windschutzscheibe integrierte Antenne, den Ronal-Alufelgen oder der Wisch-Waschanlage für die Frontlampen. Sein Nachfolger war der erheblich kleinere Opel Senator. Da die Rüsselsheimer auch keine Coupes mehr produzierten, schob Erich Bitter den Bitter CD nach, der wie der Intermeccanica Indra auf dem Diplo B basierte. Den hohen Wertverlust, der den stolzen Blitz als Oldtimer rar macht, verdeutlicht das TV-Drama „Verlierer“ , in dem Gangboss Ritchie einen heruntergekommenen Opel Diplomat B Gebrauchtwagen fährt.Similar Posts:

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Martin Milz schreibt
am 21. August 2010 um 08:55 Uhr

Das es den Diplomat nur als V8 gab ist nicht richtig. Es gab ihn auch als 2,8 E mit dem Deutschen Motor mit etwas über 180 PS. Woher ich das weis? Ich hab die Dinger selber gefahren.

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Arild schreibt
am 24. August 2010 um 12:39 Uhr

Hi Martin,

natürlich gab es den Diplomat V8 nur mit V8 – alles andere wäre ja widersinnig. Und dass es für weniger begüterte den 2.8 E gab, verneinen wir auch nicht – unseren Quellen zufolge lagen allerdings nur 165 PS an. Etwas über 180 PS hatte allerdings der Mercedes 280 E, nämlich derer 185.
Hoffe, du hattest viel Freude mit dem großen Blitz!

Beste Grüße, Arild

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