Opel Corsa TR – der Hintern des Grauens

Mit dem Opel Corsa TR sollten die konservative Kunden im Kleinwagen-Segment gelockt werden. Doch in Deutschland wollte sich kaum einer als solcher erkennen lassen.

Der Opel Corsa TR darf als Antwort auf den anfänglichen erfolg des VW Derby gewertet werden. Die Wolfsburger bauten ein Stufenheck an ihren Kleinwagen, die Rüsselsheimer hatten nichts Besseres zu tun, als es nachzumachen. Dazu kam der zeitliche Abstand: In Deutschland war der Corsa erst ab März 1983 als zweitürige Limousine (bis April 1985 „TR“ genannt) verfügbar. Da wollte den Derby schon längst keiner mehr haben. Ab 1985 gab es wie beim dreitürigen Schrägheck des Opel Corsa A auch Versionen mit vier bzw. fünf Türen.

Kadett-Teile im Opel Corsa A

An sich war der Opel Corsa TR kein Fehlkonzept, nur gierte der mitteleuropäische Markt in den unteren Klassen längst nach Hot Hatches. So praktisch sein Kennzeichen, der große Kofferraum auch sein mochte, am Opel Corsa A wirkte er erschreckend uninspirierter und klobig – da sah jede Kadett C-Limousine um Längen besser aus; vom Nachfolger Kadett D hielten zur Preissenkung in den Kleinwagen zahlreiche Teile Einzug. Aufgrund allgemeinen Desinteresses wurde im August 1987 der Verkauf des Corsa TR in Deutschland eingestellt.

Drei Motoren im Opel Corsa TR lieferbar

Das Opel Corsa Stufenheck war damit aber längst nicht Geschichte; bis zum Produktionsschluss des Corsa A im Sommer 1993 lief die Limousine von nun an ausschließlich als Viertürer vom Band. Offensichtlich ließ sich der in Deutschland als Lachnummer verschrieene Opel Youngtimer in südlichen Gefilden besser absetzen. Hierzulande waren beim KBA 2004 von den Opel Corsa TR mit dem ursprünglich verfügbaren 1,0-, 1,2- und 1,3-Liter-Vierzylinder (45, 55 bzw. 70 PS) insgesamt weniger als 1.500 Exemplare gemeldet.