Opel Commodore: Blitz-schneller Sportwagen aus Rüsselsheim

Als Opel 1967 den Commodore A in die Showrooms der Autohändler stellte, wurden die Limousinen und Coupes begeistert aufgenommen. Basierend auf dem biederen Opel Rekord C übernahmen sie teilweise dessen Technik, erfreuten sich aber eines sportlichen Images.

Der Opel Commodore trug wegen der größeren Motoren aber stets eine längere Front mit agressiverem Grill; wegen seines Coke-Bottle-Looks wurde er auch gern von Anhängern des American Way of Drive gefahren, die sich keinen Charger oder GTO leisten konnten. Der Commodore A wurde fast ausschließlich mit Reihensechszylindern von 2,5 oder 2,8 l Hubraum geordert, die mit Vergaser 115 oder 130 PS leisteten, mit Bosch D-Jetronic Einspritzung derer 150. Topmodell war das 1971 eingeführte Commodore A Coupe 2.8 GS/E mit 145 PS, das einen Ausblick auf die nächste Baureihe brachte. Opel setzte sein heißestes Eisen in der Mittelklasse marketingwirksam im Motorsport ein. Der Steinmetz Commodore wurde dank Leichtbau und Siegen in vielen Einsätzen legendär.

B Commodore – Breitensport der 70er

Als der B Commodore 1972 das Erbe antrat, wies er äußerlich keine Gemeinsamkeiten mit seinem Vorgänger auf. Die Computer-berechnete Karosserie war schnörkellos wie glatt und erneut als Limousine und Commodore Coupe zu haben. Dessen hintere Starrachse hatte mit bestenfalls 160 PS der Topversion 2.8 GS/E zu kämpfen, doch der GS 2.5 mit 130 oder der GS 2.8 mit Doppel-Vergaser und 130 bzw. 140 PS boten kaum weniger. Die (Leistungs-) Konkurrenten von Rüsselheims Muckibude waren der BMW 3.0 CS mit 180 PS, der Porsche 911 mit 150 PS und der kräftigen Ford Granada 3.0 Coupes mit 138 PS. 200 Spitze im GS/E konnten sich seinerzeit auch mehr als sehen lassen Beim Image musste sich Opel keine Sorgen machen, der Blitz stand immer noch für solide Mittel- und Oberklassewagen. Wie bei den Zeitgenossen war zwar die Rostvorsorge alles andere als solide, doch brachten längere Restaurationen häufig als wilde Commodore V8 endeten: Der Corvette-V8 aus dem Opel Diplomat erlaubt sogar ein H-Kennzeichen.

Opel Monza und Senator rauben Kunden

Der Commodore C erschien wie sein billiger Bruder Rekord E 1978, hatte es aber schwerer als seine Ahnen: Nach dem Wegfall von Opel Admiral und Diplomat machten deren Ersatz, der Opel Senator, der ebenfalls auf dem Rekord basierte große Konkurrenz; zudem war das Styling von Limo, Coupe und dem neuen Kombi Commodore Voyage deutlich undynamischer geraten. Auch fehlte es mit Rücksicht auf Senator und das Coupe Monza an Leistung; mehr als 130 PS brachte der 2.5 E nicht. Auch die Verkäufe ließen zu wüschen übrig, sodass Opel 1982 den Schlussstrich zogh und den Commo C nach 80.521 Exemplaren; vom A wurden im Vergleich dazu mit 156.330 Einheiten beinahe doppelt so viele hergestellt. Auch das B-Modell war mit 140.827 Absätzen erheblich gefragter. Damals, als Opel noch gut lief und heiße Hecktriebler hatte.