Mercedes SEC – der Superstar aus Stuttgart

Stellen wir vorweg eines klar: Der Mercedes SEC war über lange Zeit das beste Auto der Welt. Es folgt der Beweis.

Dass der Mercedes SEC euch einige Jahre seiner Einführung auf den Automarkt 1981 das beste Auto der Welt war, ist leicht zu belegen: Nirgendwo anders gab es ABS, Gurtbringer, Airbags, elektrische Sitzverstellung und Sonnenrollo. Klimaautomatik und hydropneumatischen Federung? Auch kein Problem. Ausschließlich V8-Motoren oblag die Ehre, das Mercedes Coupe anzutreiben; sie benötigten nicht einmal einen Katalysator zur Einhaltung der Abgaswerte. Deren Leistung wurde mit einem Automatikgetriebe an die Hinterachse übertragen und in den Mercedes 500 SEC und Mercedes 560 SEC mit einer Anfahrmomentsabstützung abgefangen. Doch auch die kleineren 380 SEC und 420 SEC erlaubten in Kombination mit dem herausragenden Schräglenker-Fahrwerk exquisites Reisen.

Mercedes Benz SEC vs. 6er BMW

Zur Abgrenzung vom 6er BMW und aus Kontinuitätsgründen ersparte sich Mercedes Benz beim SEC die B-Säule, was Linienführung und Übersichtlichkeit nur zugute kam. Für Sicherheit im Straßenverkehr sorgten die optimierte Dachrahmenstruktur verbessert und das Einlassen von hochfesten Rohren in die A-Säulen. Auch den harten Offset-Crash, den versetzten Aufprall auf ein Hindernis, absolvierte die Edelkarosse meisterhaft.  Dem Verzug der Walnussfurniere wurde ebenfalls metallisch entgegengewirkt, hier durch dünne Bleche. Die Autositze im Mercedes Benz SEC waren serienmäßig – und damit besser ausgestattet als die Limousine der S-Klasse – mit Velours bezogen; Leder oder das dem Alcantara ähnliche Almaretta war im 560 SEC auf Wunsch ohne Aufpreis erhältlich.

Mercedes Youngtimer erster Güte

Was das Coupe vom Mercedes W126 als zurzeit teuersten Mercedes Youngtimer – steht bei geringer Laufleistung und guter Ausstattung mindestens 500 SEC auf dem Kofferraumdeckel, können 20.000 Euro zum Autokauf nötig sein – so beliebt macht, ist seine Nachhaltigkeit: Trotz Reife fürs H-Kennzeichen im nächsten Jahr sieht der Benz keinesfalls alt aus, hat genügend Leistung und Luxus sowie stets einen kleinen Hauch Rotlicht-Image. Zehn Jahre Bauzeit sprechen ohnehin für sich. Wer beim Autohändler einen AMG-Mercedes findet, sollte zugreifen und es gleichwohl noch einmal überdenken, falls das Fahrzeug „königsbreit“ ist. Wer genügend Geld für den Unterhalt und die mitunter nicht billigen Ersatzteile hat, gönnt sich nichts nur das beste Auto der Welt.