Matra Bagheera – der flotte Dreier aus Frankreich

Plastik-Sportwagen gab es in vergangener Zeit auch neben der Corvette. Als da wären etwa der Opel GT, die Renault Alpine oder auch der Matra-Simca Bagheera zu nennen.

Was Matra-Simca da 1973 auf Basis des biederen Simca 1100 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans präsentierte war mindestens so futuristisch wie DS, SM oder CX von Citroen. Optisch war das 118 cm hohe und 397 cm kurze Bagheera-Coupe mit Klappscheinwerfern und Fastback eine Dekade voraus, doch der wesentliche Hingucker befand sich im Inneren des 173 cm breiten Flitzers mit 237 cm Radstand: Auf der geteilten Sitzbank des Matra Bagheera saßen gleich drei Insassen nebeneinander. Für damalige Sportwagen war das eine vollkommen untypisches Layout.

Matra-Simca legt den Bagheera äußerst sportlich aus

Und ein echter Sportwagen war der Matra Bagheera zweifellos: Unter dem Kunststoffkleid steckte ein Mittelmotor, der wie die Vorderachse aus dem Hause Simca stammt. Die Kraftübertragung an die Hinterräder oblag im Bagheera einem manuellen Vierganggetriebe. Soviel Sportgeist boten die zeitgenössischen Rivalen nicht, leisteten stattdessen aber mehr als die maximal 90 PS starken Reihenvierer von Matra-Simca. Doch bei 980 bis 1.015 kg Gewicht waren die nicht überfordert, trieben den Dreisitzer in rund 12 Sekunden auf 100 Sachen, Schluss war bei ordentlichen 185 km/h.

Matra Bagheera spart an Sprit – und Rostschutz

Da der Bagheera mit einem Verbrauch von unter neun Litern absolut sparsam war, konnte ihm die erste Ölkrise nicht allzuviel anhaben. Das schaffte der Rost besser, der unterm Plastikkleid wütete und die Silberne Zitrone des ADAC einbrachte. 1976 gab es ein umfangreiches Facelift, bis 1980 lief der Matra Bagheera noch vom Band. Das ungelöste Rostproblem hielt jedoch die meisten vom Kauf ab, insgesamt montierte Matra-Simca 47.802 Einheiten. Der Nachfolger gammelte dann auch nicht mehr im verborgenen…