Maserati Ghibli: Non-Plus-Ultra mit Dreizack

Der Maserati Ghibli vereinte Anmut und Performance in herausragender Art und Weise. Für viele gilt dieser als der schönste Maserati überhaupt.

Mit dem Maserati Ghibli wurde alljene betuchten Kunden glücklich, die den viertürigen Quattroporte fürzu bieder und Sebring sowie Mistral für zu langsam befanden. Giorgietto Giugiaro zeichnete eine sachliche, aber keinesfalls langweilige Karosserie, die auf 459 cm Länge gerade einmal zwei Peronen unterbrachte, durch die geringe Höhe von 116 cm aber unglaublich elegant wirkte. Dem Ghibli Coupe, das 1966 auf den Automarkt kam, folgte 1969 der Ghibli Spider. Bis zur Einstellung 1973 verließen 1149 Coupes und 125 Cabrios die Bänder – nicht viel, doch mit rund 73.000 DM war der Maserati Ghibli auch kein billiges Vergnügen.

Motorenspende vom Quattroporte

Für Fahrvergnügen im Maserati Ghibli sorgte der V8-Motor: In der 4,7-l-Version lagen 340 PS und 441 Nm Drehmoment an, im 5000 SS waren es 355 PS und 480 Nm. Die starre Hinterachse wirkte beim 275 km/h schnellen Ghibli deplatziert, doch war das Fahrwerk gut abgestimmt. Der dem Quattroporte entnommene Motor wies hier als Besonderheit die vom Rennsport bekannte Trockensumpfschmierung auf. Die Kraftübertragung oblag einem manuellen Fünfgang-Getriebe oder auf Wunsch einer Dreistufen-Automatik. In Kombination mit der sehr ansehnlichen Innenausstattung gelang es, mehr Ghibli als Ferrari Daytona und Lamborghini Miura abzusetzen.

Maserati Ghibli auf Biturbo-Basis

Im Gegensatz zum durchgehend produzierten Quattroporte gab es nach der Einstellung 1973 zwischen 1992 und 1997 erneut einen Maserati Ghibli, nun eine Ableitung vom in die Jahre gekommenen Maserati Biturbo. Optisch konnte der Youngtimer-Ghibli durch die kantige Karosserie und verbreiterten Kotflügeln nicht mit seinem anerkannt guten Vorbild mithalten, doch brachte der V6 dank Aufladung zwischen 288 und 335 PS hervor.
Beide Maserati Ghibli-Modelle sind im Unterhalt teuer, doch haben Sportfahrer wie langsame Cruiser den Reiz des Besonderen erkannt und sorgen für steigende Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt.