Lincoln Continental Mark IV – Opulenz in Reinkultur

Mit dem Lincoln Continental Mark IV hielt sich die Luxus-Abbteilung von Ford an das geliebte Credo „Bigger is better“ und ließ ihr Personal Luxury Coupe der zweiten Generation ein wenig Speck zulegen.

Der Continental Mark IV war in seinem Debütjahr 1972 immerhin 559 cm lang und wuchs dank staatlich verordneter Stoßstangen mit Energieabsorption auf 579 cm. Der Lincoln Mark IV nutze die selbe Plattform wie der ähnlich große Ford Thunderbird, behielt jedoch typische Designmerkmale des beliebten Vorgängers Mark III wie den Rolls-Royce-Kühlergrill, die verdeckten Scheinwerfer und das Reserverad-Imitat auf den Kofferraumdeckel bei. Aufs Opera Window in der C-Säule wurde natürlich auch nicht verzichtet. Im letzen Modelljahr 1976 nahm es das Signet renommierter Designer wie Pucci, Cartier, Bill Blass und Givenchy auf. Die so genannten Lincoln Designer Series zeichneten sich durch spezielle, festgelegte Farbkombinationen von Vinyldach, Lackierung und Innenausstattung aus.

Lincoln Continental Mark IV

Den Lincoln Continental Mark IV plagten Zeit seines Daseins die strengeren Abgas-Bestimmungen. Zwar war der 460 cui V8 zu hoher Leitung potentiell tauglich, doch auch die Kfz-Versicherungen stellten sich mit den vorangegangenen unfallträchtigen Muscle Car Wars im Hinterkopf quer. So waren Ansaugbrücke und Vergaser am Lincoln Parts, die recht dürftig ausfielen und gern beim Motor-Tuning gern gegen größere Pendants getauscht werden. Der hohe Verbrauch des leer 2,4 Tonnen schweren Coupes störte die wohlhabende Lincoln-Kundschaft im Autohaus auch während der Ölkrise nicht – mit 57.000 Einheiten im Jahr 1974 das zweitbeste Verkaufsergebnis überhaupt. Auch der Preisanstieg in den fünfstelligen Bereich – $10,194 – tat der Beliebtheit keinen Abbruch, obgleich sie ein Anstieg von $ 1.210 darstellte.

Lincoln Mark IV: luxuriös und eng

Im Lincoln Mark IV ging es trotz der Größe wegen des Leiterrahmens eher eng zu – die optional gern genommene verstellbare Lenksäule konnte etwas Abhilfe leisten – und das Gepäck musste wegen des zentral im Kofferraum liegenden Ersatzrades auch eher klein ausfallen. Große Koffer konnte ja die Entourage im Mercury Colony Park Kombi hinterher bringen, wollte man der FoMoCo treu bleiben. Gründe dazu gab es genug: Suretrak-ABS, Klimaanlage, selbstentsperrende Feststellbremse, beheizbare Heckscheibe, edle Stoffe oder Leder waren äußerst ansprechend verpackt und zeigten klar, wer Geld hatte und wer nicht. Vom Continental Mark IV entstanden in fünf Jahren über 278.000 Exemplare. Mit dem Nachfolger Lincoln Mark V sollte der Größenwahn schließlich ein Ende finden.