Fiat Multipla – die schöne erste Baureihe

Fällt heute der Begriff „Fiat Multipla“ stellen sich die Armhaare auf, und der Magen rebelliert. War das nicht dieses unsäglich hässliche Fiat Auto aus den 90ern? Ja-haa, aber auch ein sehr schönes aus den 50ern.

Und den Fiat Multipla aus den 50ern wollen wir kurz betrachten: Der bemerkenswerte Sechssitzer auf Basis des Fiat 600 kam erstmals im Jahr 1956 in den Handel. Es handelte sich um ein Monocab, ähnlich dem VW T1, doch deutlich kleiner und mit vier Türen, dessen Vorderwagen verlängert und vergrößert worden war. Dieser Multipla ging in die Geschichte als eines der ersten Autos – nicht Transporter – in Frontlenker-Bauart ein. Neben dem Sechssitzer waren ein kleiner Campingbus für vier bis fünf Personen sowie eine besondere Taxi-Version zu bekommen.

600 D Multipla macht 105 km/h Spitze

Das 720 kg schwere Fiat Multipla war wie der 30 kg schwerere Fiat 600 D Multipla 354 cm lang, 145 cm breit und 152 cm hoch. Für viel Platz im Innenraum sorgte der lange Radstand von 220 cm. Den frühen Multipla befeuerte ein 633 ccm großer Reihenvierzylinder, der wie beim Fiat 600 im Heck saß. Er ließ sich 6 bis 8 Liter Ottonormal durch den Weber 26 IM Fallstromvergaser fließen, was in 51,5 PS, 45 Nm Drehmoment und 95 km/h Spitze resultierte. Der stärkere 600 D kam dank 767 ccm und einem Weber 28 PIB3 Fallstromvergaser auf 32 PS und 56 Nm, gut für 105 Sachen und 6,85 l Verbrauch.

Fiat Multipla – ein potentieller Ruhestörer

Natürlich war der Multipla nicht spurtstark, doch das waren andere Nachkriegsautos wie die BMW Isetta genauso wenig. Doch auch so strapazierte der luftgekühlte Motor vom Fiat Oldtimer die Ohren der in drei Zweierreihen platzierten Insassen genügend. Der italienische Hersteller stoppte die Fertigung des Fiat Multipla bereits 1965, während der normale Seicento noch bis 1969 vom Band lief. Da half es auch nichts, dass der Fiat Van auch nur mit vier oder gar zwei Plätzen als zu bekommen war – die Kunden verlangten größere Fahrzeuge.