Dodge Caravan als Mitbegründer eines neuen Segments

Der auf dem Plymouth Voyager basierende Dodge Caravan darf für sich in Anspruch nehmen, mit seinem Pendant den amerikanischen Minivan-Markt gegründet zu haben.

Den Dodge Caravan wie auch den Voyager und den ebenfalls per Badge-Engineering geschaffenen Chrysler Town and Country hebt eines von allem vorher dagewesenen ab: Die Fahrzeuge mit Frontantrieb basierten auf Pkw-Technik, die der K-Plattform der Crysler Corporation entleihen wurde. Alle anderen Vans wie Ford Econoline, VW T3, Dodge Ram Van oder Chevrolet G 20 basierten auf heckgetriebenen Lieferwagen und waren zudem nicht mit belieben Komfortoptionen  wie elektrischen Fensterhebern erhältlich. Was dem konzeptionell ähnlichen Renault Espace in Europa nicht gelang, klappte in den USA: der traditionelle Station Wagon, der Kombi wurde fast komplett verdrängt. Ferner gelang es der „Blessed Box“, den lange kränkelnden Mutterkonzern zu sanieren.

Dodge Grand Caravan mit längerer Karosserie

Der Dodge Caravan wird seit Herbst 1983 in mittlerweile fünf Baureihen hergestellt, von denen in diesem Beitrag nur die erste abgedeckt werden soll. Die bis 1990 gebauten Fahrzeuge waren neben dem Basis-Minivan auch der rund 37 cm längere Grand Caravan sowie ein kleiner Lieferwagen ohne hintere Fenster namens „Mini Ram“ erhältlich. Praktisch war im Caravan die variable Anordnung der sieben Sitze: vorne zwei, in der mittleren Reihe eine zweier und hinten eine Dreier-Bank. Bei Bedarf konnte die mittlere Sitzbank entfernt und die hintere nachgerückt werden, sodass recht einfach ein Fünfsitzer mit viel Kofferraumplatz entstand. Vor allem die Geräumigkeit war es, die  den sparsamen Van die Station Wagons, die als verbrauchsfreudige Full-Size-Modelle auch bis zu acht Plätze boten.

Caravan Parts vor allem „drüben“ erhältlich

Des größten Caravan Problems, seinen schwachen Motoren, gepaart mit wenig Laufkultur, wurde der kleinste der Big Three erst im Laufe der Jahre Herr. Erst Mitte 1987 fand sich mit dem 2,5-l Vierzylinder und seinen 100 PS ein Aggregat, das sich sowohl ausreichend durchzugsstark als auch standfest war. Schweller, Türen, Flanken, Kotfügel und Hauben sind beim Caravan Parts, die gerne mal rosten. Ersatzteile sind vor allem jenseits des Atlantik verfügbar; ob es jedoch lohnt, ein zur Zeit wenig gefragtes Fahrzeug, das frühestens in vier Jahren mit der H-Zulassung rechnen darf und erst dann wieder in der allgemeinen Gunst steigen kann, wieder aufzubauen, muss ein jeder selbst mit sich ausmachen.