Citroen LN – die fromme Helene

Der Citroen LN, später als Citroen LNA bezeichnet, war ein im Herbst 1976 präsentierter und bis Mitte 1986 gefertigter Kleinwagen des PSA-Konzerns.

Dem Citroen LN lag die dreitürige Variante des Peugeot 104 zugrunde, was bei seiner Vorstellung wurde deutlich bemängelt wurde: So mancher war der nicht ganz unbegründeten Ansicht, dass die fast baugleiche Ableitung des eher konservativ gestalteten Peugeot-Zwergs das bislang als einmalig erachtete Image der Marke Citroën in den Dreck ziehen werde. Kurz zuvor hatte Peugeot die Zitronen nach schwerer finanzieller Schieflage übernommen und fand nun, dass der französische Mini-Konkurrent derartiges Badge-Engineering, was damals bei den Amerikanern überhaupt kein Problem darstellte, für klingelnde Kassen sorgen könnte.

Überschaubare Leistung im Citroen Oldtimer

Immerhin bekam  der Citroen LN kein Peugeot-Triebwerk – zunächst machte dem LN der aus der Dyane bekannte Zweizylinder-Boxer mit Luftkühlung schnatternd Beine. Das 600 Kubik-Aggregat überzeugte mit 32 PS und 42 Nm Drehmoment nicht vollends, sodass der Citroen Oldtimer im November 1978 von LN in LNA umbenannt wurde. Dahinter steckte der 652 ccm große „Athletique“-Motor, der um vier PS und satte zehn Newtonmeter stärker war. Beide Namen waren – wie Citroën es seinerzeit pflegte – lautmalerische Buchstabenspiele. So hört LN im Französischen wie Hélène und LNA wie Hélèna an.

Citroen LN brilliert als Stadtauto

Dass der Citroen LN bzw. Citroen LNA von dem Fahrzeug, das er hätte eigentlich ablösen sollen, schließlich überlebt wurde, darf als bittere Ironie angesehen werden. Doch die schaukelige Ente 2CV ließ sich nicht so leicht den Hals umdrehen, wie Peugeot es vielleicht gehofft haben mochte. Wer einen der mittlerweile seltenen Citroen Oldtimer auftut, erhält mit dem 338 cm kurzen und 152 cm schmalen LN ein Citycar der Spitzenklasse – und mit 700 kg Leergewicht ein sehr leichtes und damit relativ sparsames dazu. Und wenn der Rost fleißig war, fehlen womöglich sogar einige Pfunde.