Chrysler Cordoba – Kleinwagen unter Riesen

Als der Chrysler Cordoba 1975 mit dem baugleichen Dodge Charger SE auf dem Automarkt erschien, stellte das Coupe den kleinsten Chrysler seit dem zweiten Weltkrieg dar.

Der Chrysler Cordoba brach damit mit Chryslers altem Slogan „Positively no Junior Editions“, also keine Autos unterhalb des Fullsize-Formats. Doch die erste Ölkrise und der generelle Erfolg vom Personal Luxury Coupe bewog den kleinsten der Big Three, angesichts der eingebrochenen Absätze, ein Auto günstiger anzubieten – in jeder Beziehung hin. Wem zum Autokauf rund 5.000 US$ zur Verfügung standen, konnte sich für relative kleines Geld das Fahrzeug eines Oberklasse-Herstellers leisten – und danach gierte der Automarkt: Mit über 150.000 Exemplaren waren rund die Hälfte aller im Modelljahr 1975 in den USA verkauften Chrysler-Autos Cordobas.

727 Torqueflite serienmäßig an Bord

Dass der Cordoba Chrysler zu besseren Bilanzen verhalf, hatte seine Gründe unter der Motorhaube: Wählte man im Autohaus den kleinen 318 cui V8, sanken Kaufpreis und Spritrechnung gleichermaßen. Der 400 cui Big Block war für sportlicher orientierte Fahrer; der 360 cui V8 schließlich stellte einen guten Kompromiss aus Performance und Wirtschaftlichkeit dar. Die 727 Torqueflite-Automatik war serienmäßig, die unverzichtbaren Opera Windows in der breiten C-Säule und der Rolls Royce-artige Kühlergrill kamen ebenfalls ohne Aufpreis. Optional gab es 1977 ab T-Tops, eine Art Targadach mit Mittelsteg. Das „Rich Corinthian Leather“, die Top-Innenausstattung wurde intensiv von Schauspieler Ricardo Montalban beworben:

Chrysler Cordoba: ab 1980 klein und erfolglos

Dem Chrysler Cordoba wurde zum Jahrgang 1978 ein Facelift mit übereinander liegenden Rechteck-Scheinwerfern wie am älteren Chevrolet Monte Carlo verordnet. Die Autohändler mussten ab diesem Zeitpunkt ein starkes Abnehmen der sonst ordentlichen Verkäufe hinnehmen. Nach fünf Jahren war für den Cordoba, der mit einem Radstand von 115 Zoll im Vergleich mit den sonstigen Fullsize-Cars mit 124 Zoll zwischen den Naben eher wie ein Intermediate ausfiel, ein Modellwechsel fällig 1980 debütierte das Chrysler Auto verkleinert in zweiter Generation; das veraltete Konzept, die wenig prestigeträchtigen Motoren und die zweite Ölkrise sorgten für Desinteresse – den fast 700.000 Pkw der ersten Serie standen lediglich 95.000 der von 1980 bis 1984 produzierten zweiten Reihe entgegen.