Chevy Blazer – mit Allradantrieb auf der Überholspur

Bei amerikanischen Geländewagen-Ikonen denken die meisten an den Jeep, egal ob Willis oder Wrangler, und den Hummer. Der Chevy Blazer kommt, da hierzulande recht unbekannt, kaum einem in den Sinn.

Der Cheyv Blazer betrat im Modelljahr 1969 den amerikanischen Automarkt. Seine Konkurrenten waren der ICH Scout und der Ford Bronco, die ihrerseits dem CJ Jeep einige Kunden abjagen wollten. Im Gegensatz zu diesen dreien war der Chevrolet Blazer kein kurzer Dünenkrabbler, sondern ein echtes Fullsize-Fahrzeug. Kein Wunder, wurde doch aus Kostengründen der ebensogroße Chevrolet K-Pickup als Basis gewählt. Rahmen und Ladefläche etwas gekürzt, avancierte der K5 Blazer zum Publikumsliebling und verkaufte sich bereits 1970 besser als Scout und Bronco. War im Einführungsjahr nur die Allrad-Version mit Starrachsen verfügbar, ergänzte ein Jahr darauf ein Hecktriebler mit vorderer Einzelradaufhängung das Programm.

Beim Chevrolet Blazer stimmte alles

Der Erfolg vom Chevy Blazer wird wesentlich drei Aspekten zugeschrieben: Durch die vorhandene Plattform blieb der Preis gering, und zwotens war er außerordentlich geräumig. Drittens verband der Chevrolet Blazer die Offroad-Qualitäten vom Scout mit den Komfort-Features wie Klimaanlage oder Automatik, die es bei den Pickups zumindest gegen Aufpreis gab. Ein Vergleich mit dem Range Rover geht aber zu weit.
Um den Chevrolet Smallblock V8 oder die trägen Reihensechser im Zaum zu halten, wurden Trommelbremsen bis 1971 für ausreichend empfunden, danach hielten vorne Scheiben Einzug. Größere Veränderungen erfuhr der Blazer K5 bis zur neuen Modellgeneration im Jahr 1973 nicht, auch das Konzept vom Zweitürer mit Verdeck zum Abnehmen wurde fortgeführt.

Im Chevy Blazer Sonne oder Sonnenblumenöl tanken

Dem Chevy Blazer widerfuhr als größere Neuerung 1975 die Ablösung des Cabriodaches gegen ein festes Dach, das die erste Sitzreihe bedeckte; dahinter schützte weiterhin ein abnehmbares Hardtop vor der Witterung. Die üblichen optischen Retuschen bleiben dem K5 Blazer nicht erspart, 1982 hielt gar ein lahmer, dafür Biodiesel- und Pflanzenöl-tauglicher Diesel V8 Einzug. Die Absatzzahlen stimmten weiterhin – erst 1992 ging der Chevrolet Blazer in die dritte Serie. Was für ein Auto! Ab 1995 hieß Blazer dann Tahoe und war auch mit vier Türen zu bekommen. Ob seines Erfolges fand der Chevrolet Geländewagen auch recht bald Nachahmer: 1974 gingen Dodge Ramcharger und Plymouth Trailduster nach demselben Rezept ins Renne, 1978 folgte schließlich der Ford Bronco.