» Klassiker
Der Oldtimer Markt Bockhorn ist nicht irgendeine kleine Ansammlung von Oldtimern – es ist mit mehr als 3.000 Autos und Motorrädern die größte derartige Veranstaltung in Norddeutschland.

Dem Oldtimermarkt Bockhorn bleibt jedes snobistische Gehabe mit Polierwahn und Matching Numbers-Getue fremd – hier steht ein durchrosteter ’73er Chevrolet Bel Air neben einem Mercedes Cabrio im Zustand eins, ohne, dass einer der beiden dem anderen das Fahrzeug madig machen müsste. Überhaupt erfreute die friesische Gastfreundschaft durch ihre reservierte Herzlichkeit: „Meeeeensch, sach doch was, dass ich die Haube aufmachen soll,“ so der stolze NSU TT-Besitzer. „Wat hast’n drunter?“ fragte der Berichterstatter und durfte einen renntauglich aufgebauten Motor mit allen Schikanen erblicken. „Fährste Rennen?“ - „Nur privat!“ [...mehr]
Der Lincoln Versailles war eine hastige Geburt, die sich nur mäßiger Beliebtheit erfreute. Doch Lincoln durfte die Herausforderung von General Motors nicht unbeantwortet lassen.

Den Lincoln Versailles eigenständig zu nennen, wäre eine glatte Lüge – der viertürige Luxuswagen basierte auf dem Brot-und-Butter-Modell der Schwesterfirma, dem amerikanischen Ford Granada. Dem wurde das für Lincoln typische angedeutete Ersatzrad im Heck sowie der ebenso charakteristischen Kühlergrill im Rolls Royce-Stil verpasst. Dazu Komfortfeautures, die auch in den bei weitem größeren und schwereren Lincoln Continental-Versionen für Fahrgenuss sorgten. Damit, so dachte man bei der Ford Motor Company, habe man ein dem 1975 eingeführten Cadillac Seville mindestens ebenbürtiges Fahrzeug. Doch weit gefehlt. [...mehr]
Von a bis o, quasi von Alpha bzw. Admiral bis Omega reichte neben dem griechische Alphabet auch die Hecktriebler-Historie bei Opel: Der Opel Omega B war der letzte dieser Art.

Der Opel Omega löste im Jahr 1986 den Opel Rekord als Fahrzeug der besseren Mittelklasse ab. Anfangs war ihm noch der Senator B übergeordnet, doch der verschwand 1993 aus dem Angebot. Da standen nun der ladefreudige Omega Caravan und die konservative gestaltete Omega-Limousine an der Spitze der Rüsselsheimer. Während der Kombi der bis 1993 gebauten Omega A-Reihe größtenteils exportiert oder abgewrackt ist, sind vom Opel Omega B Caravan noch deutlich mehr Exemplare unterwegs. Der Grund lautet in der Regel Gier: Satte 1800 Liter Volumen stehen bei umgelegter Rückbank bereit. [...mehr]
In den luxus-orientierten 70ern war der Thunderbird ein gefragtes Auto – vor allem ab 1977, als der Ford Thunderbird zum Schnäppchen avancierte.

Der Thunderbird hatte eine wechselvolle Geschichte hinter sich: War der T-Bird zu seinem erschien 1955 ehr noch ein sportliches Auto, so entwickelte er sich in den 60er, als Mustang, Fairlane und Torino für die dynamisch orientierte Kundschaft da waren, zu einem behäbigen Personal Luxury Coupe – manchmal sogar viertürig! Den Höhepunkt hatte der Ford Thunderbird 1972 erreicht, als er einen Billig-Abklatsch des riesenhaften Lincoln Continental Mk IV darstellte. Doch die Yacht auf Rädern war nach der ersten Ölkrise angezählt, etwas Kleineres musste her. [...mehr]
Der BMW 02 war ein echtes Erfolgsmodell. Dem Threebox 02 daher den BMW Touring zur Seite zu stellen, sollte noch mehr Kunden bringen – doch das Konzept scheiterte.
Mit dem BMW 02 schufen sich die Bayern 1966 wieder eine sichere Bank in der Mittelklasse. Dort stellten sie fest, dass Fiat, Opel, Ford und VW Kombis anboten – durchaus mit Erfolg. Mercedes und Jaguar sahen das als zu profan an und hielten erst einmal Abstand. Für die sportlich orientierten Münchner durfte ein Kombi wiederum nicht bieder ausfallen, weswegen der BMW 02 Touring ein Schrägheck erhielt. Anders als die heutigen BMW Touring-Modelle kam der 1971 erschienene Exot jedoch lediglich als Zweitürer auf den Automarkt. [...mehr]
Der Ford Fiesta kam genau zur rechten Zeit: Als der Fiesta Mk1 im Mai 1976 lanciert wurde, war die erste Ölkrise noch nicht vergessen. Eine weitere sollte noch folgen.

Dem Ford Fiesta kam eine wichtige Aufgabe zuteil: Der Kleinwagen sollte unterhalb der vom Escort besetzten Kompaktklasse die Kunden bei der Marke halten und ein Abwandern zu den Konkurrenten Fiat 127, Audi 50 oder auch zum Austin Mini verhindern. Wie die Mitbewerber kam der Fiesta Mk1 dreitüriges Schrägheck auf den Markt; zudem gab es noch eine Kleinst-Lieferwagen mit verblechten Seitenscheiben. Die tendenziell eher biederen Fronttriebler mit 1,0-, 1,1-, 1,3- und 1,6-Liter-Benzinern machten oft durch ihre dem Zeitgeist entsprechenden knalligen Lacke auf sich aufmerksam. [...mehr]
Der Moskwitsch 412 war bei seiner Präsentation im Jahr 1967 optisch und technisch voll auf Höhe der Zeit. Denn Moskwitsch hatte unter der Haube nicht gespart.

Damit unterschied sich der Moskwitsch deutlich von den typischen Autos, die privat in der DDR zu bekommen waren – Trabant und Barkas waren mit ihren Zweitaktern deutlich langsamer unterwegs, und auch die Skoda 1000 fielen gegenüber dem rasanten Moskwitsch 412 ab. Grund: Der Moskowiter hatte einen Fuffzehnhundert-Kubik-Reihenvierer. Aus Leichtmetall! Das allein war schon nicht schlecht, doch krönten satte 75 PS das Angebot, das preislich unter dem Wartburg angesiedelt war. Klar hatten die größeren Wolga noch mehr zu bieten, doch standen sie dem Genossen privat meist nicht zur Verfügung. [...mehr]
Der Opel Ascona B hatte ein schweres Erbe anzutreten: Sein Vorgänger, der Opel Ascona A, verkauft sich rund 690.000 Mal. Doch das toppte der B mit weit über einer Million.

Der Opel Ascona war genau das richtige Fahrzeug, um die Lücke der Rüsselsheimer zwischen dem kompakten Kadett und dem Mittelklasse-Modell Rekord zu füllen. Doch dem Zahn der Zeit konnte der erste Lückenbüßer, der von 1970 bis 1975 vom Band lief nicht widerstehen – er wurde im 1975 vom Opel Ascona B abgelöst. Ganz vorsätzlich wurde der Ascona B etwas größer gestaltet, da der Ascona A noch eher Kadett-Niveau hatte und diesen eigentlich ersetzen sollte. Der Ascona B war nun mit 167 vier Zentimeter breiter und mit 432 auch maximal 20 Zentimeter länger. Der Radstand wuchs ebenfalls um 88 auf 2518 Millimeter. [...mehr]
Der Caddy war für VW Nutzfahrzeuge ein Glücksgriff: Denn mit einem Modellzyklus von 13 Jahren hatte der erste VW Caddy seine Entwicklungskosten rasch amortisiert.

Mit dem Caddy wollte sich Volkswagen ab dessen Markteinführung im Jahr 1979 in den USA ein Stück Anteil bei den Light Duty Trucks – den leichten Pick Ups – sichern. Hier waren die japaner mit einem als Ford Courier umgelabelten Mazda oder dem Toyota Hilux aktiv und erfolgreich, was die Wolfsburger so nicht hinnehmen wollten. Also schnappte man sich den Golf 1, zog hinter den Vordersitzen eine Rückwand ein und verlängerte den Radstand von 2400 auf 2625 mm, um eine größere Ladefläche zu erlangen. Nach Europa kam der VW Pick Up jedoch erst 1983 – vermutlich wollte man dem fast zeitgleich vorgestellten T3 mit dem VW Caddy keine Konkurrenz machen. [...mehr]
Der Citroen CX wurde beachtliche 16 Jahre lang gebaut und ist auch immer noch recht häufig im Straßenbild zu sehen. Doch wie waren die Anfangsjahre vom Top-of-the-line Citroen?

Der Citroen CX hatte die schwere Aufgabe, ab 1974 die mittlerweile doch zusehends veraltete DS abzulösen – und um der legendären Citroen DS das Wasser zu reichen, musste schon einiges beachtet werden. Der Citroen Oldtimer übernahm folgerichtig das, was von den Kritikern für gut befunden wurde – so hatten Frontantrieb, die hydropneumatische Federung und die Schrägheck-Karosserie einen zweiten Frühling. Und das Konzept ging auf: 1975 wurde der CX Berline zur Freude von Citroen zum „Auto des Jahres ernannt“ – der ebenfalls angetretene VW Golf kam angesichts dieser Übermacht nur auf Platz. [...mehr]



