Buick Electra – die Riesen der vierten Generation

Wer einen Buick Electra fuhr, hatte es definitiv geschafft: Das Oberklasse-Schlachtschiff aus dem Hause Buick war quasi eine Eintrittskarte in die bessere Gesellschaft.

Wenngleich der Buick Electra auch kein Cadillac oder Lincoln war, so umgab es eine Aura des sportlichen, leistungsorientierten Fahrers und eben nicht die des Rentners mit Hut und Angst vorm Gaspedal. Diesen deutlichen Vorteil hatte Buick auch vor seinen direkten Mitbewerbern Chrysler, vor allem aber Mercury. Dabei war es nicht so, dass die so genannten Buick Land Yachts der Konkurrenz davon gefahren wären: Die Electra der frühen bis mittleren 70er Jahre war ausschließlich mit einem 455 cui großen V8 Big Block zu bekommen, während der Chrysler New Yorker 40 und der Mercury Grand Marquis über 460 cui Hubraum verfügte. Das würdigten 794.833 von ’71 bis ’76 Käufer.

Buick Electra – auf die Größe kommt es eben doch an

Der Buick Electra kam 1971 als komplett neues Modell der vierten Generation als zwei- und viertürige Hardtop-Limousine auf den Markt kam, war ein klassisches Fullsize-Auto: Satte 323 cm Radtand und Außenlängen zwischen 575 und 593 cm machten klar, wo das Geld war – denn um 12 qm Auto mit rund zwei Tonne Leergewicht zu bewegen, bedurfte es eben auch der großen und durstigen Maschinen. Eine Handschaltung gab es bei diesem Tri Shield-Modell freilich nicht; die Kraftübertragung an die starre Hinterachse oblag einer Dreistufen-Automatik. Ab 197 reichte Buick Versionen mit B-Säulen für gesteigerte Sicherheit bei Überschlägen nach, doch abseits der alljährlichen Modellpflege tat sich am Electra nicht viel.

Wouldn’t you rather buy a Buick?

Die Kunden eines Buick Electra forderten das auch gar nicht; sie erfreuten sich an den Innenausstattungen aus edlen Stoffen – ja, seinerzeit durchaus modern und angesehen – oder Leder und ließen den V8 auch mal brüllen. Selbstverständlich fuhr man selbst und nicht mit Chauffeur. Zu Beginn der 4. Modellreihe hob sich der Electra noch mit einer durchgehende Sicke an der Flanke von den darunter positionierten und minimal kleineren Buick Le Sabre und Centurion ab; als die wegfiel, gaben die bereits bekannten Ventiports an den Kotflügeln – imitierte Lufteinlässe – weiterhin Auskunft: Nur der Electra hatte vier, die anderen beiden drei pro Seite. Doch leider hatte der große Spaß bei Buick mit dem Downsizing von 1977 ein Ende.