BMW 600 – zukunftsweisendes Kleinwagen-Design

Ein besonderes BMW Auto war der kleine BMW 600 schon immer: Der Fahrer musste wie bei der Isetta durch eine Tür an der Fahrzeugfront in den Kleinwagen steigen.

Der BMW 600 galt daher auch stets als große Isetta. Von der übernahm er auch einige Teile sowie das Grundkonzept; stilistisch wie technisch. Wer bei „BMW 600“ an ein Motorrad denkt, liegt ebenfalls nicht daneben: Da der 300 ccm Isetta-Motor sich als viel zu schwach erwies, fand ein frisch entwickelter Motorradmotor mit namensgebenden 600 Kubik Verwendung. Im Gegensatz zum Rollermobil Isetta oder dem Heinkel Kabinenroller galt der BMW 600 als richtiger Kleinwagen: Er hatte vier Sitzplätze und wies auch – seinerzeit keinesfalls üblich – eine autobahntaugliche Dauergeschwindigkeit von 100 km/h auf. Da das Triebwerk auf 19,5 PS gedrosselt wurde, kam der Autofahrer zudem in den sparsamen Genuss, unterhalb der Versicherungsklassengrenze von 20 PS zu liegen.

BMW 600 überrascht durch gute Straßenlage

Das Fahrwerk des BMW 600 besteht aus einer der Isetta ähnlichen Vorderachse, die Hinterräder weisen eine nur 60 mm geringere Spur auf als die vorderen. Ein „Schlaglochsuchgerät“, wie die Isetta wegen der schmalen hinteren Spur verspottet wurde, ist der 600 damit nicht. Überhaupt wurde ihm eine gute Straßenlage bescheinigt; das halbautomatische Saxomat-Getriebe wurde als Option jedoch nur ungern genommen. Das manuelle Viergang-BMW-Getriebe fand erheblich mehr Freunde und wurde auch oft nachgerüstet.

BMW Gebrauchtwagen mit großer Anhängerschaft

Im Autohaus war der von Dezember 1957 bis 1959 gebaute BMW 600 insgesamt weniger beliebt: Beim Autokauf wollte der typische Kunde ein weniger radikales Raumnutzungskonzept erwerben, auch ging der „Pflichthubraum“ in Richtung 1000 Kubik. Für den Preis von 3.985 DM bekam man überdies hinaus schon einen Standard VW Käfer. So wurden nur 34.813 Stück produziert. Dennoch erfreut sich dieser BMW Gebrauchtwagen großer Nachfrage, auch wenn ihm Rost und Verschleiß stark zusetzten. Sein erheblich erfolgreicherer Nachfolger, der größere BMW 700 sah zwar wie ein „normales“ Auto aus, beeindruckte aber auch Sportfahrer durch den immer noch verbauten luftgekühlten Motorradboxer im Heck.