BMW 507 – wir sind wieder wer

Der BMW 507 wurde völlig an den Anforderungen vorbei konstruiert – doch was soll’s? Gute Exemplare kosten heutzutage ebenso viel wie der legendäre Flügeltürer aus Stuttgart.

Der BMW 507 bewies für das angeknackste Selbstbewusstsein der deutschen Bevölkerung nach einem in alter Tradition verlorenem Krieg in erster Linie unbeirrbaren Fortschritt. BMW selbst bewies enorme Kurzsichtigkeit, denn glücklich schätzte sich, wer ein Motorrad besaß, zu den Besserverdienern zählten die Käufer von Kleinstwagen wie der hauseigenen BMW Isetta, während VW-Käfer-Fahrer quasi fast am Ende der Möglichkeiten für Ottonormalverbraucher angelangt waren. Denn mit einem Preis von 26.500 DM war der 507 extrem teuer, selbst der für viele unerreichbare Käfer kostete lediglich 3.950 DM.

BMW Oldtimer kein bisschen langsam

Im BMW 507 Roadster ging es dank eines 150 PS starken 3.2-l-V8 allerdings deutlich schneller als im Wolfsburger Krabbeltier: Der von 1956 bis 1959 gerade einmal 252 Mal gebaute BMW Roadster zischte dank zweier Doppelvergaser in 11,5 Sekunden von 0 auf 100 und hörte mit dem Vortrieb erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von gut 220 km/h auf. Rund 17 Liter auf 100 Kilometer gönnte sich der BMW 507 – nicht zuviel für derartigen Fahrspaß. Der mit 3.258 Exemplaren erheblich erfolgreichere Erzkonkurrent Mercedes 300 SL war aufgrund seiner damals ungeheuer moderne Direkteinspritzung jedoch etwas weniger durstig.

BMW 507 – mehr Strahlkraft als erwartet

Der BMW Oldtimer, der heute ein eher vergessenes Dasein fristet, inspirierte die Bayern rund 50 Jahre nach seinem Erscheinen noch nachhaltig: Der BMW 507 stand, wie auch auf der Abbildung ersichtlich optisch Pate für den BMW Z8, der genau wie sein Vorbild kein sonderlicher wirtschaftlicher Knüller, dafür mit seinem Glanz aber auf alle BMW Modelle abstrahlte. Und wer dieser Tage das Glück hat, einen BMW M5 oder M6 zu bewegen, hat den 507 ebenfalls stets dabei – als PS-Wert unter der langen Motorhaube.