Ältester existierender Mercedes 300 SL restauriert

Der erste Mercedes 300 SL, das Premierenauto von 1952, existiert nicht mehr, er wurde im Werksbesitz abgewrackt. Aber der zweite, 1951/52 hergestellte Flügeltürer mit der Fahrgestell-Nummer 194 010 00002/52 ist ohne Unterbrechung im Werksbesitz.

Auf diesem Mercedes 300 SL zeugt das eingeschlagene „/2“ auf etlichen Teilen von seiner Originalität. Dieser älteste existierende SL wurde für das 2012 gefeierte Jubiläum „60 Jahre SL“, einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Dazu analysierte das Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach alle Teile vom komplett demontierten Flügeltürer und setzte sie bei Bedarf nach höchsten Maßstäben an Originalität und Qualität wieder instand. Eine klares Ziel war, Substanz und Patina in jeder Beziehung zu bewahren; zugleich soll der Flügeltürer wieder möglichst so aussehen wie 1952: So erfreut sich der zweite je gefertigte 300 SL jetzt neuen Glanzes – doch seine stolzen Spuren erzählen von einem langen und spannenden Autoleben.

Mercedes 300 SL immer noch bestens in Form

Im Laufe der 300 SL Restaurierung wird zunächst der Gitterrohrrahmen, der das Rückgrat vom Flügeltürer darstellt, mit modernsten Verfahren vermessen. Das Resultat: Die Maßabweichungen befinden sich auch nach 60 Jahren in akzeptablem Toleranzbereich. Hier kommt der Vorteil der Historie der Nummer 2 zum Tragen. Denn der Mercedes Oldtimer wird zwar im Renngeschehen von 1952 eingesetzt, aber nie als Rennwagen, sondern lediglich als Trainings- und Ersatzfahrzeug, zum Beispiel beim Preis von Bern für Sportwagen. Und auch Unfälle hat dieser Mercedes SL nie erlitten – was zu dem im Ganzen sehr guten Zustand heute führt.

Flügeltürer in der Rennwerkstatt Untertürkheim geboren

Der Mercedes 300 SL W 194 mit der Chassisnummer 2 stellt obendrein eines von zwei gebauten Exemplaren mit besonderer Geschichte: Die Flügeltürer 1 und 2 wurden seinerzeit in der Rennwerkstatt in Stuttgart-Untertürkheim unter der Aufsicht von Rudolf Uhlenhaut in Handarbeit gefertigt. Die nächsten acht Mercedes Sportwagen, die dann auch primär im Renngeschehen der Saison 1952 Verwendung fanden, entstanden zwar wirtschaftlicher im Werk Sindelfingen, etwa unter Nutzung von Pressteilen am Chassis – wobei aber auch bei diesen 300 SL keine Großserienprozesse zum Einsatz kamen.