Beiträge vom: September, 2010
Als der Wartburg 311 im Jahr 1956 debütierte, entsprach der Mittelklasse-Wagen gängigen Vorstellungen von Design und Ausstattung. Speziell das elegante Wartburg 311 Coupe wusste zu begeistern.

Dass der Wartburg 311 eine stinkende, blaue Fahne hinter sich herzog, war den Gegebenheiten der Zeit geschuldet. Zweitakter waren damals – den Vorkriegserrungenschaften von DKW sei Dank – in Ost und West gleichermaßen vertreten, doch modern waren sie angesichts der Viertaktmotoren in VW Käfer, Opel Kadett und Mini beileibe nicht mehr. Andererseits hielt die recht anspruchslose Technik Einzug in Wartburg 311 Coupe, Kombi und Limousine, da sie ohnehin da war und obendrein einfach instandzuhalten. Als erheblich moderner erwies sich der Frontantrieb, der wie beim Citroen DS als fortschrittlich galt und auch fortan in allen DDR-Autos mit Ausnahme des großen Sachsenring P240 zu finden war. [...mehr]
Der Volvo 480 war ein ganz unmögliches Fahrzeug – es brach mit allen Volvo Autos, die bis dato vom Band gelaufen waren.

Dabei sollte der Volvo 480 ES den Fortschritt in das konservativ konstruierte Modellprogramm bringen. Der sollte sich in Frontantrieb und Quermotor zeigen – was den Fans damaliger Volvo Autos hinten an der angetrieben Starrachse vorbeiging. Wer nicht wusste, dass da gerade ein 480 ES an einem vorbeigefahren war, konnte den gerade einmal 132 cm hohen 480 leicht für einen Honda Civic Aerodeck halten – die sportlich herunter gezogene Front ließ kaum Platz für den Pfeil zwischen den Scheinwerfern. Daher wurde das Volvo-Logo in den Grill unter die Stoßstange verlegt, wo es allerdings kaum sichtbar war. [...mehr]
Der Ford Capri war seinem Intimfeind Opel Manta leistungsmäßig stets voraus. Der Ford Turbo V6 sollte sichern, dass das auch so blieb.
Der Ford Capri Turbo kam 1981 in die Autohäuser, als bereits Saab 99 Turbo, BMW 02 Turbo und Porsche 911 Turbo das Feld für die aufgeblasenen Boliden geebnet hatten. Zudem darf der Capri Turbo für sich verbuchen, die spätere Ford Turbo-Ära mit Sierra Cosworth und Escort Turbo eingeleitet zu haben. Wie es dazu kam? Der Capri III, ein aufwendig modifizierter Capri II brauchte ein neues Zugpferd – spätestens ab 1981, als der 3.0 Essex V6 durch den Ford 2.8i V6 mit Einspritzung ersetzt wurde. Also hieß es bei Werkstuner Zakspeed Haube auf und Turbolader drunter. Allerdings nicht an den V6 mit Einspritzung, der Solex Doppelvergaser musste noch mal Bekanntschaft mit dem Zwoachter schließen. [...mehr]
Wer einen Rover P5 fuhr, hatte es geschafft. Wenn es ein P5B mit Rover V8 war, setzten sich selbst die blaublütigtsen Halter ans Steuer.

Dass der ab 1958 gebaute Rover P5 als Rolls Royce des kleinen Mannes galt, war kein Fehler: Der Wagen der oberen Mittelklasse verkaufte sich anständig und hatte mit dem großen, rechteckig ausgeformten Grill tatsächlich gewisse Ähnlichkeit zum „Best Car of the World“. Dass die Seitenlinie eher aussah wie beim Volvo Amazon, tat nichts zur Sache. Für Vortrieb sorgte in den ersten drei Serien ein gusseiserner Dreiliter-Reihensechser mit 130 bis 136 PS. Wenn überdies die Frage nach dem ersten Coupe mit vier Türen aufkommt, muss die Antwort nicht unbedingt Mercedes CLS lauten: Der Rover P5 Serie II war als Limousine wie auch als Coupe mit niedrigerem Dach und schmaleren B-Säulen lieferbar. Das gab es auch in der letzten Version, dem Rover P5B mit dem Rover V8-Motor. [...mehr]
Eigentlich sollte der K70 VW nur ergänzend beistehen, nicht aber bestehende Modelle übertrumpfen. Das fiel dem jetzt raren VW Oldtimer leicht.

Dass der VW K70 den ganzen rückständigen Vorkriegskrempel der Wolfsburger düpierte – geschenkt, der starrsinnige Volkswagen-Chef Nordhoff wollte es ja nicht anders. Allerdings war der K70 keine VW-Entwicklung, sondern entstammte den weit kreativeren Köpfen der jüngst aufgekauften NSU. Das half dem VW Oldtimer wenig, bei den neuen Besitzern Punkte zu sammeln, war der wassergekühlte Quermotor mit Frontantrieb nebst wirksamer Heizung doch zukunftsweisend, ganz im Gegenteil zum luftgekühltem Heckboxer. Ursprünglich sollte der K70 1969 auf dem Genfer Automobilsalon präsentiert werden, was dann aber abgesagt wurde, um dem Audi 100 nicht in die Parade zu fahren. [...mehr]
Es gibt zwei typische Einstiegs-US-Oldtimer, beides Chevrolet Pkw: Einer ist der 2nd Gen Chevy Camaro, der andere der Downsizing Chevrolet Caprice.
Der Chevrolet Caprice ist bekannter als mancher glaubt – immerhin stellten er und sein günstigerer Bruder Impala in den 80ern und 90ern das Gros aller Polizeiautos in Filmen, seien es nun Streifenwagen oder Zivilfahrzeuge. Wie in eben diesen Werken deutlich wird, ist der Chevrolet Pkw trotz V8 und oft qualmenden Reifen kein Performer – allein das eher weiche Fahrwerk mit hinterer Starrachse an Schraubenfedern verhindert einen mögliche Sportwagen-Karriere, auch wenn unter die große Motorhaube erheblich stärkere Triebwerke passen als der serienmäßige Chevy-Small Block. Sogar einen Dieselmotor gab es, der allerdings kaum Freunde fand. [...mehr]
Wer in den ausgehenden 60ern mit einem deutschen Produkt auf der Straße Ernst machen wollte, griff zum BMW CS 2800. Daas BMW Coupe hatte alles, worauf es ankam. Alles.
Tatsächlich stand der BMW CS 2800 zu seiner Einführung auf den Automarkt im Jahr 1968 bestens im Futter – der 2,8-l-Reihenechser lieferte spritzige 170 Vergaser-PS und stramme 235 Nm Drehmoment. Damit war man schon einmal wer und konnte auch den einen oder andern Porsche fordern. Obgleich die Bezeichnung „BMW CS“ auf „Coupe, Schalter“ hinweist, war das in der automobilen Oberklasse angesiedelte BMW Coupe auch mit einer Dreistufen-Automatik zu bekommen. Ein solcher Flitzer ist allerdings selten zu finden, da das Gros der Kunden sich für sportlich einschätzte und daher selbst bei der Gangwahl mitmischen wollte. [...mehr]
Der Porsche 904 war das erste Modell des Unternehmens mit Kunststoff-Karosserie. In den Handel gelangte er allerdings als Porsche Carrera GTS.

Denn Porsche 904 durfte er aufgrund von Peugeot nicht heißen: Die Franzosen hatten sich alle dreistelligen Zahlen mit einer Null in der Mitte als Pkw-Modellbezeichnung schützen lassen. Als GT-Rennwagen musste er jedoch nicht Porsche Carrera GTS heißen wie die Homologationsmodelle. 100 wurden vom Reglement erfordert, 116 verließen wegen der hohen nachfrage die Montagehalle. Für den Alltagseinsatz war das Porsche Coupe nur mäßig geeignet: Anstatt der Sitze waren Pedale und Lenkrad zu verschieben, der vorgeschriebene Kofferraum war in den abnehmbaren Heckdeckel integriert und nahm ganz hervorragend den Aktenkoffer vom Chef auf. Im Jahr 1964 waren 29.700,00 DM nicht viel für einen konkurrenzfähigen Renner, ein Opel Kadett A war allerdings für bereits 5.075 DM zu haben. [...mehr]
Nur 18 Exemplare des 260 km/h schnellen Alfa Tipo 33 Coupé Stradale wurden gebaut. Der im zweistelligen Millionenbereich angesiselte Alfa 33 kann bei den Schloss Bensberg Classics 2010 besichtigt werden.

Einen Supersportwagen der späten 60er Jahre, den Alfa Tipo 33 Coupé Stradale, gibt es im Rahmen der Schloss Bensberg Classics 2010 am 11. und 12. September bestaunen. Auch dieser Alfa Romeo, der ein mäßig gezähmter Rennwagen mit Straßenzulassung ist, schrieb Designgeschichte. Bis prägt die Karosseriegestaltung von Franco Scaglione das Bild vom perfekten Sportwagendesign. Typisch für Rennwagen jener Zeit: Zur Wartung vom Achtzylinder-Mittelmotor klappt die gesamte Heckpartie ab der B-Säule nach hinten. Entsprechend lässt sich der einteilige Vorderwagen nach vorn kippen. Die zwei Türen vom Alfa 33 schwingen ebenso nach vorn auf. Hergestellt wurden von Autodelta, der Alfa Romeo Rennsport-Division, nur 18 Exemplare dieses Sportwagens. [...mehr]
Das Headbanging 2010, ein jährlich ausgetragenes Hot Rod-Treffen, lockte wieder halb Europa ins brandenburgische Finsterwalde. Die Organisation der Hot Heads East war abermals vortrefflich.
Was hatten die Hot Heads East dazu getan? Einen Flugplatz gemietet, feste wie flüssige Grundversorgung sichergestellt und viel Spaß garantiert. Der bestand zum zehnten Jubiläum vom Hot Rod Treffen beispielsweise darin, das die ersten 100 angemeldeten Starter in einem Antonov-Doppeldecker eine Runden übers Areal drehen durften. Das war jedoch nicht Grund, die internationale Zusammenkunft auf dem Vorkriegs-Flugplatz auszutragen: Es galt, beim Beschleunigungsrennen auf der Achtelmeile gehörig Gummi in den Betonboden einzuarbeiten. Das bereitete dem Starterfeld, das in verschiedenen Klassen auf Motorrädern, Rods und Customs antrat, die allergrößte Freude. Dem Publikum hing dabei die Kinnlade. Alternativ waren die Mundwinkel ganz oben. [...mehr]




