Beiträge vom: April, 2010
Als Buick 1970 das Muscle Car Buick GSX auf den Markt brachte, staunte die Fachwelt: Mit dem gewaltigen Drehmoment war das ansonsten recht luxuriöse Buick Coupe zu fulminanten Ampelstarts fähig.

Der Buick GSX hatte so viel Leistung auch bitter nötig; nicht nur um seinen recht hohen Preis zu rechtfertigen, sondern vor allem, um verlorenen Boden wieder gut zu machen, den GM Performance-technisch an die rasanten Plymouth- und Dodge-Modelle wie Roadrunner und Charger mit dem 426 Hemi V8 verloren hatte. Ohnehin stand das Buick Coupe wie auch alle anderen Buick Autos im Ruf komfortabler Sportlichkeit; diesen hatte man seit Einführung des Buick V8 in den 50er Jahren nachhaltig gefestigt und kultiviert. Als Buick 1964 gleichzeitig mit Pontiac und Chevrolet die ersten Muscle Cars lancierte, wurde mit dem Buick GS (Gran Sport) eine Ikone geboren: Der harmlose Buick Syklark verwandelte sich mit den richtig platzierten Kreuzen auf dem Kaufvertrag in ein wildes Gerät. [...mehr]
Als Chrysler New Yorker wurden beim kleinsten der Big Three bereist seit 1939 besonders luxuriöse und leistungsstarke Modelle bezeichnet. Ersters trifft auch auf die 70er-Jahre-Modelle zu.

„Chrysler New Yorker“ war lange Zeit eine der bekanntesten Automobil-Bezeichnungen und wurde mit hoher Qualität und ausgefeilter Mechanik verbunden. Auch die Positionierung auf dem Automarkt stand fest: Das stets als Fullsize-Limousine oder -Coupe angebotene Chrysler-Auto war der oberen Mittelklasse zugehörig und konkurrierte mit Mercury Grand Marquis und Buick Electra um zahlungswillige Käufer. Die jene durch die Ölkrise besonders viel zahlen mussten, hatte die Chrysler Corporation bald herbe Absatzrückgänge zu verzeichnen, was auch am Chrysler Claim „Positively no Junior Editions“ lag. [...mehr]
Mit dem Triumph Stag wollten die Briten hoch hinaus. Dem ambitionierten, aber fehlerhaften Sportwagen folgte ein tiefer Sturz.

Der Triumph Stag entstand durch einen Zufall: Designer Michelotti bat um einen Triumph 2000 zur Umgestaltung. Das Ergebnis sagte den Verantwortlichen zu, die den Entwurf nach einige Modifikationen der Frontgestaltung mit der Intention durchwinkten, der dass der Stag Triumph einige Mercedes SL-Kunden zuführen möge. Der anders als die harten Triumph Roadster TR5 oder TR6 eher komfortabel ausgelegte Stag (Hirsch, Jungeselle) schreckte die Zielgruppe aber durch den Überrollbügel mit Targadach-artiger Verbindung zum Windschutzscheibenrahmen eher ab. Unter der Motorhaube schlummerte jedoch ein Triumph V8, der Presse und Kunden zu seiner Einführung auf den Automarkt im Jahr 1977 in seinen Bann zog. [...mehr]
Der Morris Marina ersetzte ab 1971 den Morris Oxford Series VID und wurde bald zum Inbegriff schwerer Fehlentscheidungen beim Konzern BLMC.

Der Morris Marina wurde von BLMC (British Leyland Motor Corporation) als Konkurrent zu den erfolgreichen Ford Cortina und Vauxhall Cavalier in die Autohäuser gebracht. Dass der Marina technisch bereits bei Einführung völlig veraltet war, wurde sein erstes Problem – er basierte auf dem Morris Minor, der 1948 debütierte. Der spritzige Triumph Dolomite spendierte das Getriebe. Optisch war der Morris Marina jedoch voll auf Höhe der Zeit, er ähnelte als viertürige Limousine dem Chrysler 180 und dem späten C-Kadett. Vom Morris Marina gab es zudem zweitürige Lieferwagen und Pick Up-Trucks, ebenso einen Kombi und ein Schrägheck-Version. Mietwagen-Firmen waren häufige Kunden, doch brachten sie dem Marina nie den Ruf des begehrenswerten Autos, eher das Gegenteil. [...mehr]
Als Dodge Super Bee-Aufkleber auf den Intermediate Dodge Coronet klebte, geschah dies aus einem Grund: Dem Plymouth Roadrunner mit einem eigenen Low-Budget Muscle Car nachzueifern.

Und die Dodge Super Bee Modelle stachen seit ihrer Einführung auf den Automarkt für das Modelljahr 1968 kräftig zu. Wie bei Konzernschwester Plymouth werkelte in den ausschließlich als Coupe erhältlichen Mopar-Autos serienmäßig der 335 PS starke 383 cui V8, der gegen ein Aufgeld von 714 $ dem 426 Hemi V8 mit 425 PS wich. Wem ein Charger RT zu aufdringlich und der Roadrunner zu kleinbürgerlich wirkte, war mit dem Coronet Super Bee gut bedient. Als 1969 Coronet Super Bee-Kracher auch mit dem 440+6, einem 7,2 l großen V8 mit drei Doppelvergasern geordert werden konnte, schloss sich mit diesem erheblich günstigeren, aber beinah ebenbürtigen Motor die Kluft zum teuren Hemi V8. [...mehr]
Wer das Ford Elite Coupe in den 70ern erwarb, erhielt einen echten Elitepartner: Das Personal Luxury Coupe war aufs angenehmste hin ausgestattet und trotzdem recht günstig.

Der Ford Elite war ein Schuss aus der Hüfte, eine fixe Reaktion: Die FoMoCo hatte zwar mit dem Ford Thunderbird bereits ein Personal Luxury Coupe im Portfolio, doch zogen Chevrolet Monte Carlo und Pontiac Grand Prix derart viele Kunden an, dass der banale Midsize Ford Torino für den Elite herhalten musste. Dem Elite Coupe – und nur in dieser Form erhältlich - wurde eine neue Front mit Einzelscheinwerfern und andere Opera Windows in der C-Säule verpasst. Der Ford Elite verschleierte seine unedle Herkunft im ersten Modelljahr 1974 nicht einmal, komplett hieß das Modell „Gran Torino Elite“. [...mehr]
Im Jaguar XJS konnten alternde Playboys Bikinimädchen reihenweise betören. Andere nutzen das Jaguar Coupe dazu, am Rennsport teilzunehmen.

Der Jaguar XJS V12 hatte dieselben Tugenden wie ein Eton-Absolvent: Das Jaguar XJS Coupe war geschwind, überzeugte mit guter Straßenlage und zeigte feinen Sportsgeist. Laut werden? Also bitte. Doch waren die Brennräume im Dutzend jene Jaguar XJS-Parts, die den Besitzer in Zeiten der Ölkrise – und auch sonst – in den Wahnsinn treiben konnten: Der Jaguar V12 Motor mit 5,3 l Hubraum und 287 PS soff wie ein Cockney kurz vor der Sperrstunde – 30 Liter waren kein Problem. Shocking: die breiten C-Säulen sorgten gar dafür, dass frühe Jaguar XJS die deutsche Zulassung nur per Einzelabnahme beim TÜV bekamen. [...mehr]
Als der Oldsmobile Toronado 1966 bei seinem Erscheinen für Aufsehen sorgte, lag das weniger an der schmissigen Optik, sondern an der Technik Antrieb: Der Big Block V8 war hier mit einem Frontantrieb gekoppelt.

Dem Oldsmobile Toronado verhalf diese Auslegung zu guter Straßenlage und recht ordentlicher Traktion – obwohl der starke 385 PS und 644 Nm starke Siebenliter-Motor die Vorderreifen recht schnell abpellte. Das über 2 Tonnen schwere Oldsmobile Coupe beschleunigte damit in knapp 8 Sekunden auf 100 km/h, durcheilte die Viertelmeile in 16,4 Sekunden und kam auf die damals äußerst beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h. Als im Jahr 1968 Oldsmobile dem Toronado einen 455 cui V8 mit 400 PS und bis 691 Nm einpflanzte, der in ähnlicher Form auch den heckgetriebenen Oldmobile 442 befeuerte, führte dies beim kuscheligen wie avantgardistisch mit Walzentacho versehenen Personal Luxury Coupe zu noch besseren Werten. [...mehr]
Der Triumph Spitfire war ein Fahrzeug für Hartgesottene mit Nehmerqualitäten. So brachte der Roadster Spitfire Triumph dasselbe wie das Flugzeug Spitfire dem Vereinigten Königreich: einen knallharten Gewinnertypen.

Der Triumph Spitfire Mk1, auch beaknnt als Triumph Spitfire 4, erschien von 1962 bis 1964 als kleiner und leichter Sportwagen: 60 PS, bereitgestellt durch zwei SU Vergaser auf einem Elfhunderter-Reihenvierzylinder aus dem Triumph Herald, trafen auf 740 kg. Das Triumph-Auto wurde in 45.763 Exemplaren gebaut und vom Triumph Spitfire Mk2 abgelöst, bis zu seiner Einstellung im Jahr 1967 auf 37.409 Einheiten kam. Wie sein Vorgänger 3685 mm lang, 1450 mm breit und gerade einmal 1205 mm hoch, fanden sich irgendwo fünf Kilogramm zum Einsparen und zusätzliche sieben PS, sodass die Höchstgeschwindigkeit von 146 auf 153 km/h kletterte. Optisch tat sich auch nicht viel, sodass man heute eher von einem Facelift sprechen würde. Im Autohandel kostete der Roadster weiterhin 8.790 DM; die Triumph TR-Modelle waren stets teurer. [...mehr]
Als der Lagonda Aston Martin im Jahr 1978 einige dynamisch orientierte Limousinen-Käufer in die Autohäuser bringen sollte, reagierten diese verschreckt: War der Aston Martin Lagonda wirklich zum Fahren gedacht?

Der Aston Martin Lagonda konnte tatsächlich und auch schnell fahren; sein 5.3 V8 aus dem Sportwagen Aston Martin V8 leistete je nach Fertigungsjahr rund 300 PS, und schaffte die Limousine mit Automatik und über 2 t Leergewicht auf 230 km/h Höchstgeschwindigkeit. Preislich lag der Lagonda, dessen Name sich von einer von Firmenchef David Brown aufgekauften und verblichen Luxusmarke her ableitet, auf dem Niveau vom Rolls Royce Silver Spirit. Der Bentley Mulsanne Turbo R war in den späten 80ern günstiger und – sportlicher, wie ein Test von 1988 belegt. [...mehr]

