Beiträge vom: September, 2009

NSU – da klingelt’s bei wenigen, die sich an die Autos ihrer Kindheit oder Jugend erinnern. Neben dem finalen Technologieträger Ro 80 mit Wankelmotor machte das Unternehmen aus Neckarsulm auch auf der Piste Furore. Ganz vorne mit dabei: der TTS.

TTS light: NSU TT ©flickr / arne.list
Wer heute TTS hört, wird eher an Audi als an NSU denken. Wenig verwunderlich, fusionierten doch im August 1969 die damalige NSU AG und die zum Volkswagen-Konzern zählende Auto Union GmbH mit Sitz in Ingolstadt zur Audi NSU Auto Union AG. 1985 fand die Umbenennung in AUDI AG statt, der Name NSU entfiel aus der Firma.

Nach NSU Prinz NSU TT

Der 1963 eingeführte NSU Prinz 1000 mit luftgekühltem Heckmotor offenbarte rasch sein sportliches Talent, sodass ihn ab 1965 der zackige Prinz 1000 TT begleitete. Aus elfhundert Kubik    [...mehr]


Jaja, schon klar. Der Porsche 356, der Grundstein neben den Traktoren für  beispiellosen Nachkriegserfolg der Zuffenhausener basiert ursprünglich auch auf biederer VW-Käfer-Technik. Im Gegensatz zum bildhübschen Rometsch war diese bei Porsche immerhin leistungsgesteigert, bevor der Fuhrmann-Motor ein Zeichen setzte.

VW Rometsch Cabriolet, Modell Bee­skow - zeitgenössische Werbung ©flickr / Hugo90
Das VW Rometsch Cabriolet, Modell Bee­skow – was ist denn nun nach der langen Vorrede so toll an ihm? Wie angedeutet zunächst mal der Preis. Für das Cabrio verlangte die kleine Karosserie-Schmiede mit Sitz in Berlin-Halensee äußerst selbstbewusste 9.500 DM, für das Coupe immer noch stolze 8.900 DM. Nur zum Vergleich: Den erheblich stärkeren Porsche 356 Speedster erwarb man für 12.200 DM, einen Opel Kapitän als viertürige Limousine, der mit einen2,5-l-Sechszylinder damals zur absoluten Oberklasse zählte gab es im März 1951 für 9250 DM. Klingt bisher nicht berauschend für das Rometsch Cabrio? Dafür berauschte es mit seiner fabelhaften Formgebung die Kundschaft. Und das fünf Jahre nach Kriegsende. Da sah es bei einigen Herstellern noch ganz anders aus, sofern sie überhaupt noch oder schon wieder produzierten.

Rometsch Banane

Warum ist die Banane krumm? Weil es bei dem als „Rometsch Banane“ betitelten Cabrio extrem    [...mehr]


Wie jedes Jahr seit 1971 findet die Rallye Köln-Ahrweiler im November statt und stellt eine der wichtigsten Motorsportveranstaltungen im Westen Deutschlands dar.

Gewann die Rallye Köln-Ahrweiler oft: Opel Ascona ©flickr / stephenhanafin
Betrachtet man die Bilder der letzten Rallye Köln-Ahrweiler auf der Site einer alternativen Gazette für Fahrkultur, so wird eines klar: Getrödelt wird da nicht. Es gibt auch keine Weinprobe auf irgendeinem Chateau, keinen Concours d’Elegance und keine Prämierung der drolligsten Vorkriegs-Knickerbockerhose. Die Fahrzeuge sind spätestens am Ende der Veranstaltung schmutzig und fahren nicht zwangsläufig auf der Straße. Und die meisten Boliden zeigen dem unbedarften Zuschauer durch ihre massiven Zusatzscheinwerfer-Batterien an der Front, dass es sich hier um eine echte Oldtimer Rallye für harte Typen und standfeste Rennwagen handelt.    [...mehr]


„An der Spitze des vielseitigen Programms der Gutbrod-Motorenbau G.m.B.H. Steht der Gutbrod-Superior. Dieser Zweisitzer ist ein Fahrzeug für den Kenner, ausgereift in seiner Konstruktion mit echtem Fahrkomfort.“

Gutbrod Superior - Plakatausschnitt ©flickr / Hugo90

So warb Gutbrods Marketingabteilung vollmundig für den Superior. Was machte diesen Wagen mit seinem 700 ccm-Zweitaktmotor nun so herausragend? Die Benzin-Direkteinspritzung. Genau das System, was derzeitig bemüht wird, den Kraftstoffkonsum moderner Motoren einzudämmen.    [...mehr]


Der Audi quattro machte es möglich: Die potente Waffe mit Turbo-Motor brachte soviel Image-Punkte ein, dass das übrige Audi-Portfolio nur davon profitieren konnte. Nutznießer der ersten Stunde: das Audi Coupe GT 5S.

Das Audi Coupe GT 5S zeichnete sich zunächst einmal durch kompakte Abmessungen aus: Die Länge von 442 cm, 168 cm Breite und 135 cm in der Höhe resultierten im geringen Gewicht von 950 bis 1300 kg. Damit hatte der 1,9-l-Fünfzylinder im Bug keine Probleme, seine 115 PS verhalfen dem Coupe GT 5S zu 182 km/h Spitze und sprinteten in 10,8 Sekunden auf 100. Diese Leistungen stellten auch zur Markteinführung 1980 keine Bestwerte dar, ein Golf GTI beschleunigte schneller. Der längs eingebaute Motor, der seine Kraft ausschließlich an die Vorderräder weiter gibt, wird in der Modellbezeichnung klar spezifiziert: „5“ für fünf Zylinder, „S“ für Sauger mit Vergaser-Fütterung.

Audi Coupe GT 5S ©Wikipedia / Sven Storbeck

Audi 80 Gene im Coupe GT 5S

Das Coupe GT 5S macht keinen Hehl aus seiner Verwandtschaft mit dem Audi 80: Der gesamte    [...mehr]


Mit dem 1962 debütierten Roadster MG B landete MG als Konzernmarke der British Motor Corporation einen großen Wurf. Was lag da näher, als Coupefreunde mit einem geschlossenen Derivat anzulocken?

Der ursprüngliche MG B GT wurde ab 1965 als dreitüriges Kombicoupé hergestellt und ähnelte bis auf die Größe den damaligen Shooting Brakes. Mit seinem gusseiserne 1,8-l-Reihenvierzylinder, der auch im Roadster zu finden war, beschleunigte der MG B GT zwar etwas langsamer, da wenig schwerer, als sein offener Bruder, konnte aufgrund besserer Aerodynamik jedoch mit 168 km/h Höchstgeschwindigkeit um acht Tachoeinheiten abhängen. Seine Pluspunkte lagen im Handling, die 95 PS hatten mit den 1025 kg Leergewicht keine größeren

MG B V8 mit Minilite-Felgen ©flickr / tonylanciabeta

Probleme, die hintere Starrachse an Blattfedern sorgte für ein mäßig komfortables, aber ehrliches Fahrverhalten. Sitzen konnte hinten indes kaum jemand, selbst für einen 2+2-Sitzer bot der MG B GT auf der Rückbank wenig Platz. Dafür blieb man in jedem Fall trocken und windgeschützt.

MG B GT als Sechszylinder MGC

Zwischen 1967 und 1969 schickte sich MG an, in den engen Motorraum des MG B einen 2,9-l-Reihensechser zu quetschen, um die Einstellung des Austin Healey 3000 zu kompensieren. Die    [...mehr]


Dass der Adler Standard 6 den heimischen Horst erreicht, ist nicht ganz utopisch. Zwar handelt es sich bei dem Mittelklasse-Fahrzeug um ein Vorkriegsauto, doch wurde der Standard 6 in recht ordentlichen Stückzahlen gebaut.

Spektakulärstes Merkmal des Adler Standard 6 war seine Ganzstahlkarosserie des Karossiers Ambi-Budd. Das mag uns heute seltsam erscheinen, löst selbst eine Carbonaußenhaut bestenfalls ein müdes Zucken aus. Doch 1927 kollidierten die Autos noch anders: Hersteller wie Tornax und viele andere bauten ein Gerüst aus Holz und verkleideten es mit Blech oder Kunstleder. Diese aus Amerika übernommene Bauweise hat zweierlei Vorteile, zunächst einmal geht die Karosseriefertigung aus gepressten und gestanzten Blechen erheblich schneller von

Adler Standard 6: Kühlerfigur im Art Deco Stil ©Wikipedia / Patrick Huebgen

statten, zweitens ermöglicht sie – eine genügende Stückzahl vorausgesetzt – ein beliebiges Teil vom Schrott zu nehmen und damit identisches am eigenen Auto zu auszutauschen. Je mehr Handarbeit in den Aufbauten steckte, desto unregelmäßiger und unpräziser wurden und sind sie immer noch. Wer mit dem Ambi-Budd Adler Standard Adler 6 nichts anfangen konnte, bestellte sich einfach ein fahrtüchtiges Chassis und ließ ein außenstehendes Karosseriewerk nach Wunsch die Blechhülle maßschneidern. Der inzwischen so gut wie ausgestorbene Leiterrahmen ermöglichte dies.

Adler 10/45 Standard 6 und Adler 12/50 Standard 6A

Insgesamt gab es vier Ausführungen des Adler 6 Standard, so zunächst von 1927 bis 1930 den Standard 6 (10N). Diesen gab es als 4-türige Tourenwagen und Limousinen sowie als 2-türiges    [...mehr]


Mit dem Opel GT schickten sich die Rüsselsheimer an, problemlose Großserientechnik mit amerikanischen Coke-Bottle-Design zu kombinieren. Das Ergebnis: Während bei VW der Käfer noch läuft und läuft und läuft, bricht im Licht des Blitzes schon die Luftfahrt an: „Nur Fliegen ist schöner!“ titelte die Werbung. Und behielt recht.

Woran erkannt man den Opel GT Fahrer? Am rechten Popeye-Arm. Der erledigte nämlich mit kräftigem Zug am Hebel das Öffnen und Schließen der Scheinwerfer. Das Zugsystem stellt leider gleichzeitig eine der Achillesfersen des Opel GT 1900 wie auch des schwächeren GT 1100 dar, Frontalunfälle ziehen das Gestänge schnell in Mitleidenschaft. Das interessierte die Kundschaft

Opel GT 1900, die deutsche Corvette mit Haubenblase ©flickr / exfordy

des Sportwagens allerdings nicht, sie gab dem formschönen Coupe die Sporen, gerade jenseits vom Atlantik: Über die Hälfte der 103.463 produzieren Opel GT gingen in US-amerikanischen Besitz über. Die Fahrer bekamen Chevrolet Corvette-Optik zum kleinen Preis und mussten im Zweifelsfall nicht einmal General Motors untreu werden, handelte es sich um eingefleischte GM-Fans. Frankophile konnten sich indes an der bei Brissoneau & Lotz produzierten Karosserie erfreuen.

Opel GT 1900 – Rekord-Verdacht trifft zu.

Zuverlässsige Großserientechnik? Aber ja, der Opel GT 1900 hatte sie. Der Opel Rekord C spendierte den 1,9 Liter-Vierzylinder mit 90 PS, der höhere Zylinderkopf forderte jedoch Tribut, der    [...mehr]